Herstellung in der Region Marken

Drei Gärungen

Herstellung

Nirgendwo sonst in Italien braucht ein Wein einen Kalender wie die Vernaccia di Serrapetrona. Die Lese beginnt im Oktober, wie überall in der Region. Ein Teil der Trauben aber, mindestens vierzig Prozent, wandert danach nicht in die Presse, sondern auf Holzgestelle zum Trocknen. Dort hängen sie bis Mitte Januar, drei Monate lang, während draußen längst der erste Schnee fällt.

Der Rest wird sofort vergoren, ganz normal, zu einem trockenen Grundwein. Erst im Januar kommt der Most der getrockneten Trauben dazu, konzentriert und süß, und setzt eine zweite Gärung in Gang. Eine dritte folgt im Drucktank, wo die Kohlensäure entsteht. Drei Gärungen für einen einzigen Wein, das schafft sonst kaum ein Betrieb in ganz Italien. Zeit ist hier eine Zutat.

Verdicchio dagegen bleibt meist unkompliziert. Die meisten Betriebe vergären in Stahltanks ohne jedes Holz, damit Zitrus und Mandel klar bleiben. Danach liegt der junge Wein oft monatelang auf der Feinhefe, den abgestorbenen Hefezellen nach der Gärung, die ihm Fülle und einen leicht brotigen Ton geben, ohne ihn schwer zu machen. Für die Riserva reicht das nicht. Das Gesetz verlangt mindestens achtzehn Monate Reifung, davon sechs auf der Flasche, bevor der Wein überhaupt verkauft werden darf.

Beim Rosso Conero entscheidet die Zeit auf der Schale über die Kraft des Weins. Montepulciano gibt Farbe und Tannin nur langsam ab. Deshalb bleibt der Most oft zwei bis drei Wochen auf den Schalen liegen, länger als bei den meisten Rotweinen Mittelitaliens. Die höchste Stufe, Conero DOCG, reift danach mindestens vierundzwanzig Monate, gerechnet ab dem ersten November des Erntejahres, bevor die erste Flasche das Kellertor verlässt.

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