Region & Geschichte in der Region Südtirol

Räter bis Riserva

Region & Geschichte

Vor rund zweieinhalbtausend Jahren pflanzten die Räter die ersten Reben in den Tälern um Brixen. Archäologen fanden dort Traubenkerne aus der Eisenzeit, verkohlt und trotzdem eindeutig. Die Räter kannten schon das Holzfass, lange bevor römische Legionäre ihren Wein noch in Lederschläuchen und Tonamphoren durch die Alpen schleppten. Als das Land fünfzehn vor Christus römisch wurde, trafen zwei Weinkulturen aufeinander, nicht eine auf leeres Land.

Das Mittelalter gehörte den Klöstern. Augustiner-Chorherren gründeten 1142 das Stift Neustift bei Brixen, und noch heute keltern die Kanoniker dort ihren eigenen Sylvaner und Kerner — die älteste durchgehend aktive Kellerei Südtirols, die zweitälteste ganz Italiens. Schon im dreizehnten Jahrhundert trugen Weine hier den Namen ihres Dorfes, „Potzner“ oder „Traminer“ — lange bevor das anderswo in Europa üblich wurde.

Die Neuzeit war weniger elegant. Menge zählte, nicht Klasse. Nach dem Ersten Weltkrieg fiel Südtirol an Italien, und mit der Grenze kam ein Absatzmarkt, der vor allem Menge wollte. Ganze Talböden wurden auf Vernatsch umgestellt, den man in Fässern nach Norden verschiffte, wo er unter fremdem Namen in Gasthäusern ausgeschenkt wurde. Erst die Qualitätskrise der Siebziger- und Achtzigerjahre zwang die Genossenschaften zum Umdenken.

1964 schlossen sich sieben Weinbaugemeinden zur Südtiroler Weinstraße zusammen, einer der ältesten Weinstraßen Italiens. Elf Jahre später, am 14. April 1975, bekam die Region ihre eigene Ursprungsbezeichnung, die DOC Südtirol. Heute liegen 98,8 Prozent der Rebfläche unter diesem Schutz, verteilt auf sieben Unterzonen von Bozen bis Meran — europaweit ein Spitzenwert.

Geblieben ist ein Land, das auf Deutsch und Italienisch zugleich über Wein spricht, mit Erzeugern, die Räter, Bajuwaren und Römer gleichermaßen als ihre Vorfahren zählen. Kein anderes Weinbaugebiet Italiens liegt so weit im Norden.

Bilder mit KI erstellt · Texte KI-gestützt, redaktionell geprüft

Dürfen wir messen, wie Gustofolio benutzt wird? Dafür würden wir Google Analytics laden und ein Cookie auf deinem Gerät speichern. Das hilft uns zu sehen, welche Bereiche gebraucht werden — mehr nicht. Inhalte deiner Sammlung werden dabei nicht übertragen.

Ohne deine Zustimmung passiert nichts davon, und Gustofolio funktioniert vollständig weiter. Du kannst deine Entscheidung jederzeit ändern. Einzelheiten in der Datenschutzerklärung.