Klima in der Region Trentino

Gardasee trifft Dolomiten

Klima

Im Trentino liegen zwei Klimazonen nur eine Autostunde auseinander. Im Süden, bei Arco und Riva del Garda, reicht der Gardasee bis an die Berge heran. Olivenbäume wachsen dort neben Reben, mitten in den Alpen. Im Norden, im Val di Cembra, herrscht dagegen raues Bergklima mit kalten Nächten und kurzen Sommern. Dazwischen liegt das breite Etschtal, das beide Wetterwelten verbindet.

Verantwortlich für die Wärme im Süden ist ein Wind mit eigenem Namen: die Ora. Sie weht mittags vom See her ins Land. Bis in eintausend Meter Höhe trägt sie die Hitze der Wasserfläche hinauf in die Weinberge. Nachts kehrt sich die Richtung um, kühlere Luft fließt von den Bergen zurück zum See. Dieser tägliche Wechsel trocknet die Trauben nach Regen schnell ab. Pilzkrankheiten haben dadurch kaum eine Chance, ein Vorteil, den viele wärmere Weinregionen nicht haben.

Auf dem Campo Rotaliano, wo Teroldego wächst, zählt vor allem der Unterschied zwischen Tag und Nacht, denn die Ebene liegt eingeklemmt zwischen zwei Bergketten, die kalte Luft wie in einem Trichter nach unten sammeln. Tagsüber staut sich die Hitze über dem Kies, nachts strömt kühle Luft aus den Seitentälern herab und hält die Säure in den Beeren fest. Ohne dieses Wechselspiel würde Teroldego seine kräftige, fast salzige Frische verlieren, die ihn von milderen Rotweinen aus der Poebene unterscheidet.

Die Alpen wirken zugleich als Schutzwall. Sie halten kalte Nordwinde vom Tal fern. Einen Teil des Regens fangen sie ebenfalls ab, der sonst von Norden hereinzöge. Trocken ist es trotzdem nicht: Im Herbst, zur Lese, bringt feuchte Luft aus dem Mittelmeer gelegentlich Regenperioden, die Winzer zu genauer Beobachtung des Wetterberichts zwingen. Ein verregneter September kann in wenigen Tagen entscheiden, ob ein Jahrgang gelingt.

Kaum eine andere italienische Weinregion bewirtschaftet Reben auf einer so großen Höhenspanne, von rund zweihundert Metern am Gardasee bis fast neunhundert Metern im Val di Cembra, mit ganzen Vegetationsperioden dazwischen. Ein Winzer im Trentino kann deshalb an einem einzigen Tag zwischen Mittelmeerklima und Bergherbst wechseln, ohne das Tal zu verlassen. Diese Spannweite ist der eigentliche Rohstoff der Region, mehr noch als jede einzelne Rebsorte.

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