Böden in der Region Dalmatien

Karst & Crvenica

Böden

Grab in einem Weinberg am Pelješac ein Loch, und du kommst nicht weit. Schon nach wenigen Zentimetern stößt die Schaufel auf helles, zerklüftetes Kalkgestein, das die Kroaten Vapnenac nennen: nackter Karst, kaum von Erde bedeckt.

In den Rissen und Mulden dieses Gesteins sammelt sich eine zweite, ganz andere Schicht. Crvenica heißt sie, eine rote, tonige Erde, die beim Auflösen des Kalksteins über Jahrtausende übrig bleibt und deutlich mehr Wasser hält als der Stein darunter. Eisen macht die Farbe.

Die Wurzeln von Plavac Mali müssen sich durch dieses harte Gestein zwängen, Spalt für Spalt, oft mehrere Meter tief, bis sie irgendwo auf Feuchtigkeit stoßen. Diese Anstrengung macht kleine, dickschalige Beeren. Mehr Schale heißt mehr Farbe und mehr Tannin im fertigen Wein.

An den Hängen von Dingač beträgt die Neigung bis zu fünfundvierzig Grad. Eine Straße gab es dort lange nicht. Bis 1973 trieb man die Ernte auf Esel über einen vierhundert Meter hohen Passweg oder ließ sie an Seilen zu wartenden Booten hinab.

Ein Gegenbeispiel liegt nur eine Bootsfahrt entfernt. Bei Lumbarda auf Korčula weicht der Kalkstein für ein paar Hektar feinem Sand, abgelagert von einem alten Flussarm, lange bevor hier je ein Mensch Reben pflanzte. Genau dieser Sand ist der Grund, warum dort die seltene weiße Sorte Grk überhaupt wächst; auf dem harten Karst ringsum würde sie es nicht schaffen.

Grab dich durchSchicht antippen

Kaum mehr als eine Fingerbreit dunkler Erde zwischen den Steinen, an vielen Stellen ganz unterbrochen.

Die Wurzel: Hier findet die Rebe fast nichts. Die Feinwurzeln nehmen mit, was der seltene Regen bringt, und sind zuerst wieder trocken.

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