
Cuvée im Eichenfass
Herstellung
Der bekannteste Wein der Region entsteht nicht aus einer Sorte, sondern aus einer Mischung, die seit dem neunzehnten Jahrhundert kaum verändert wurde. Cabernet Sauvignon gibt dem Negru de Purcari Struktur, Saperavi aus Georgien bringt dunkle Farbe und schwarze Frucht. Ein kleiner Anteil Rara Neagră rundet die Mitte ab. Keine der drei Sorten allein würde diesen Wein ergeben.
Nach der Gärung reift die Cuvée gut achtzehn Monate in französischen Eichenfässern. Das Holz gibt Röstaromen und feines Tannin dazu. Die lange Zeit im Fass rundet die von Natur aus kräftige Säure der Rara Neagră ab. Danach liegt der Wein noch einmal Monate in der Flasche, bevor er das Weingut verlässt. Eile hat hier niemand.
Gekeltert wird ein gutes Stück davon noch immer dort, wo alles begann: im Gut Purcari, das 1827 per Erlass von Zar Nikolaus I. zum ersten offiziellen Weingut Bessarabiens wurde. Die ersten Keller baute man nach dem Vorbild klösterlicher Anlagen, kreuzförmig in den Kalkstein getrieben, kühl und ohne jede Technik außer der Schwerkraft. 2003 wurde die Anlage komplett erneuert, doch der alte Kreuzkeller aus dem Gründungsjahr steht bis heute und wird noch benutzt.
Wer eine Flasche mit dem Zusatz Indicație Geografică Protejată Ștefan Vodă kaufen will, kauft mehr als einen Namen. Die Winzervereinigung der Region schreibt vor, welche Sorten erlaubt sind und wie viele Trauben ein Hektar tragen darf, und auch wo genau die Trauben wachsen müssen, ist festgelegt, innerhalb der vier Bezirke um Ștefan Vodă, Căușeni, Cimișlia und Basarabeasca. Neben Purcari erfüllt zum Beispiel auch die kleinere Vinaria Javgur diese Regeln. Ihre Weine kommen aus derselben Erde.