
Schotter, Fass, Schraubverschluss
Herstellung
Die Lese in Hawke’s Bay beginnt im März und zieht sich je nach Sorte bis in den Mai hinein. Herbst bedeutet hier warme Tage. Er bringt zugleich kühle Nächte, ideal, um mit der Ernte auf den letzten Tropfen Reife zu warten, ohne die Säure zu verlieren.
Bei Syrah lassen viele Güter einen Teil der Trauben ganz, mit Stiel und allem, in offenen Gärbottichen fermentieren. Das ist eine Technik aus dem nördlichen Rhônetal, sie gibt dem Wein mehr Blütenduft und weniger plumpe Frucht. Der Wein reift danach im Fass. Zwölf bis achtzehn Monate reift er im französischen Eichenholz, meist mit zwanzig bis fünfunddreißig Prozent neuem Holz. Am Ende bringt das gemäßigte dreizehn bis vierzehn Prozent Alkohol, deutlich weniger, als vergleichbarer australischer Shiraz oft erreicht.
Der Cabernet-Merlot-Blend entsteht umgekehrt. Jede Sorte, oft sogar jede einzelne Parzelle, gärt und reift zunächst getrennt im Barrique, und erst kurz vor der Füllung setzt der Kellermeister die endgültige Mischung zusammen. Bei Te Mata Estates Coleraine, seit 1982 im Programm, kommen dafür bis heute mehrere Lagen der Havelock Hills infrage. Welche Parzelle wie viel beisteuert, entscheidet jedes Jahr der Jahrgang neu.
Fast der gesamte neuseeländische Weißwein verlässt den Keller heute unter Schraubverschluss, ebenso ein wachsender Teil der Rotweine. Eine Gruppe von Winzern hatte das 2001 aus Frust über Korkfehler landesweit angestoßen. Binnen dreier Jahre stieg der Anteil verschraubter Flaschen von einem auf siebzig Prozent, heute liegt er bei fast hundert. Nur die teuersten Cuvées wie Coleraine gibt es bis heute auch unter Naturkorken.
Der Chardonnay von der Küste bei Te Awanga gärt fast immer im Fass, oft mit wilden Hefen. Er bleibt danach monatelang auf seiner Feinhefe liegen, die der Kellermeister regelmäßig aufrührt. Das bindet Sauerstoff. Es rundet die Säure ab und gibt dem Wein die cremige Textur, für die dieser Küstenstreifen inzwischen bekannt ist.