
Regenschatten und Wind
Klima
Zwischen Martinborough und der Tasmansee liegt eine Bergkette, die fast alles bestimmt. Die Tararua Range fängt die feuchten Westwinde vom Meer ab und presst den Regen aus ihnen heraus, bevor sie das Wairarapa-Becken erreichen, und an der Westflanke der Kette fallen bis zu sechstausend Millimeter Regen im Jahr. In Martinborough selbst, am trockenen Ende dieses Schattens, sind es im Jahresschnitt keine 770 Millimeter.
Was übrig bleibt, ist einer der trockensten Landstriche der neuseeländischen Nordinsel. Tagsüber wird es im Sommer angenehm warm, selten über dreißig Grad, doch nachts fällt die Temperatur um zehn bis vierzehn Grad. Dieser Sprung rettet die Säure. Die Sonne lässt tagsüber derweil die Aromen reifen. Über zweitausend Sonnenstunden im Jahr kommen dazu, mehr als in den meisten anderen Weinregionen des Landes.
Dazu kommt der Wind, für den die Wairarapa berüchtigt ist. Besonders im Frühling weht er beständig aus Nordwest über die offene Ebene und trocknet die Trauben nach Regen im Handumdrehen. Dabei hält er Pilzkrankheiten wie den Falschen und den Echten Mehltau in Schach. Für die Reben bedeutet das weniger Spritzmittel, aber auch mehr Arbeit: Junge Anlagen brauchen Schutz, ausgewachsene Stöcke bilden von selbst dickere, widerstandsfähigere Schalen. Genau diese dickeren Schalen sind es, die dem Martinborough-Pinot später sein festes Tannin-Gerüst geben.
Selbst innerhalb der Region gibt es Unterschiede. Das Te Muna Valley liegt sieben Kilometer östlich der Stadt und rund fünfzig Meter höher. Das verzögert die Ernte dort um bis zu zehn Tage. Diese zusätzliche Zeit am Stock bedeutet in kühlen Jahren, dass Winzer bangen — in warmen Jahren dagegen, dass die Trauben mehr Komplexität aufbauen, bevor sie geerntet werden.