Böden in der Region Martinborough

Terrassen aus Kies

Böden

Ein einziger Spatenstich in die Martinborough Terrace reicht, um zu verstehen, warum hier überhaupt Wein wächst. Unter einer dünnen Schicht dunkler Erde liegt sofort runder Flusskies, manchmal faustgroß, manchmal klein wie eine Erbse. Es sind Steine, die eine Rebwurzel nicht durchdringt, sondern zwischen denen sie sich hindurchzwängen muss.

Diese Kiesterrasse ist ein Geschenk der Huangarua, denn vor rund zwanzigtausend Jahren, als der Fluss noch viel mehr Wasser führte, hat er Geröll aus der Tararua Range talabwärts geschoben. Er lagerte es in breiten Bändern ab. Als sich der Fluss später tiefer ins Land grub, blieb die alte Ablagerung als trockene Terrasse liegen, weit über dem heutigen Flussbett. Genau dort stehen heute die ältesten Weinberge der Region.

Dieser Kies lässt Wasser fast ungehindert durch. Das klingt nach einem Nachteil, ist für Pinot Noir aber ein Vorteil: Die Rebe muss ihre Wurzeln tief schicken, um überhaupt an Feuchtigkeit zu kommen. Dabei wächst sie nicht in die Breite, sondern in die Tiefe. Wenig Wasser bedeutet wenig Laub und kleinere Beeren. Kleinere Beeren haben im Verhältnis mehr Schale. Genau dort sitzen Farbe, Tannin und ein Großteil der Aromastoffe.

Sieben Kilometer östlich, im Te Muna Valley, unterscheidet sich der Boden noch einmal. Die höhere Terrasse dort trägt uralten, eisenrot gefärbten Lehm über dem Kies, in dem sich Pinot Noir wohlfühlt. Die tiefere Terrasse ist jünger, steiniger und von Kalkadern durchzogen, weshalb dort eher Sauvignon Blanc steht. Bei Dry River gibt es sogar einen einzelnen Block. Er heißt Craighall und liegt etwas außerhalb der Stadt, und sein Kies soll mehrere Zehntausend Jahre älter sein als der Rest — die kälteste, windigste und steinigste Parzelle im ganzen Betrieb.

Ein Irrtum hält sich hartnäckig, auch hier: dass die Rebe Mineralien aus dem Gestein sauge und der Wein deshalb nach Stein schmecke. Was der Kies wirklich tut, ist banaler und wichtiger zugleich: Er lässt Wasser ab, er speichert am Tag Wärme und gibt sie nachts wieder ab. Und er zwingt die Wurzel auf einen Weg, der die Beere kleiner und konzentrierter macht. Der Geschmack entsteht am Ende in der Beere, nicht im Stein darunter.

Grab dich durchSchicht antippen

Dünne dunkle Auflage aus verrottetem Pflanzenmaterial, kaum eine Handbreit tief.

Die Wurzel: Hier liegen die Feinwurzeln, die den ersten Regen aufnehmen — und als Erste austrocknen.

Bilder mit KI erstellt · Texte KI-gestützt, redaktionell geprüft

Dürfen wir messen, wie Gustofolio benutzt wird? Dafür würden wir Google Analytics laden und ein Cookie auf deinem Gerät speichern. Das hilft uns zu sehen, welche Bereiche gebraucht werden — mehr nicht. Inhalte deiner Sammlung werden dabei nicht übertragen.

Ohne deine Zustimmung passiert nichts davon, und Gustofolio funktioniert vollständig weiter. Du kannst deine Entscheidung jederzeit ändern. Einzelheiten in der Datenschutzerklärung.