Region & Geschichte in der Region Kremstal

Kloster, Grenze, Genossenschaft

Region & Geschichte

Krems taucht zum ersten Mal im Jahr 995 in einer Urkunde auf, ausgestellt von Kaiser Otto III., der den Ort Chremisa nennt. Reben wuchsen an den Hängen vermutlich schon vorher, denn wer als Erster einen Weinberg anlegte, hat niemand aufgeschrieben. Was folgt, ist besser belegt: Krems und das gegenüberliegende Stein wuchsen zu einer der wichtigsten Handelsstädte an der oberen Donau heran, mit einem eigenen Markt für Wein. Das war lange bevor jemand das Wort Weinbaugebiet im heutigen Sinn benutzte.

Den eigentlichen Schub brachte ein Kloster. 1083 gründete Bischof Altmann von Passau das Stift Göttweig hoch über der Donau, keine zehn Kilometer westlich von Krems. 1094 übergab er es den Benediktinern. Die Mönche bewirtschafteten die steilen Hänge ringsum, und bis ins 14. Jahrhundert hatte sich daraus ein blühender Weinbau entwickelt, der bis heute nicht abgerissen ist — das Stift keltert noch immer.

Geografisch endet hier die Wachau. Das enge Donautal mit seinen Terrassen aus Urgestein reicht bis Furth bei Göttweig und Krems. Dann öffnet sich das Tal, und das Kremstal beginnt. Die Grenze ist keine Formsache. Wachauer Trauben dürfen unter genau festgelegten Bedingungen zwar in den Nachbargebieten Kremstal und Traisental verarbeitet werden, im Glas bleiben es aber zwei verschiedene Weinbaugebiete mit eigenen Regeln.

1938 schlossen sich die Weinhauer aus Krems und Stein zur Genossenschaft Winzer Krems zusammen, mit Sitz in der Sandgrube, einer der besten Lagen der Stadt. Das Grundstück hatte zuvor dem jüdischen Weinhändler Paul Robitschek gehört, der im selben Jahr fliehen musste. Seine Mutter Johanna wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert und kam dort um. Aufgearbeitet hat die Genossenschaft diese Geschichte erst 2018, mit einer Gedenktafel seit 2019.

Das jüngste Kapitel ist die DAC. Am 10. Dezember 2007 legte eine Verordnung fest, dass Grüner Veltliner und Riesling aus dem Kremstal ab diesem Jahrgang als Kremstal DAC verkauft werden dürfen. Es war das erste klassische Weinbaugebiet an der Donau überhaupt. Seit dem Jahrgang 2016 kam eine dreistufige Herkunftspyramide dazu. Gebietswein und Ortswein stehen darunter, ganz oben der Riedenwein, benannt nach einer einzelnen Lage.

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