Klima in der Region Steiermark

Pannonisch trifft Illyrisch

Klima

Zwei Wettersysteme treffen in der Steiermark aufeinander, und die Grenze zwischen ihnen verläuft mitten durch die Weinberge. Aus dem Osten drückt das pannonische Klima, heiß und trocken wie die ungarische Tiefebene dahinter. Aus dem Süden kommt feuchtwarme, fast mediterrane Luft von der Adria herauf — illyrisch nennen das die Meteorologen. Genau am Übergang liegt das Vulkanland, deshalb gilt es als wärmstes Weinbaugebiet Österreichs.

In der Südsteiermark entscheidet dagegen die Höhe. Die Weinberge liegen zwischen 380 und 570 Metern, im Sausal sogar bis über 650. Dort erreichen die steilsten Rieden Österreichs Neigungen von bis zu neunzig Prozent. Wer dort erntet, tut es mit der Hand, weil kein Traktor mehr Halt findet. Kitzeck im Sausal liegt auf 564 Metern. Das macht es zum höchstgelegenen Weinort Österreichs.

Höhe kostet Wärme, bringt aber etwas Wichtigeres zurück: kühle Nächte. Rund um Leutschach fällt die Temperatur nachts deutlich, während kaum Nebel aufzieht. Genau dieser Unterschied zwischen Tag und Nacht hält die Säure in der Traube frisch, denn ohne ihn würde Sauvignon Blanc hier stumpf schmecken statt nach Stachelbeere und grüner Paprika.

Die Weststeiermark liegt südwestlich von Graz, ein Stück kühler als die anderen beiden Gebiete, auf welligen Hügeln um Deutschlandsberg, Stainz und Eibiswald. Genau diese relative Kühle erklärt, warum der Blaue Wildbacher hier eine Säure entwickelt, die selbst erfahrene Verkoster manchmal zusammenzucken lässt — ein Wein, der in wärmeren Lagen so nie entstehen würde.

Steile Hänge sind harte Arbeit. Sie sind aber auch der Grund, warum diese drei Gebiete so unterschiedlich schmecken, obwohl sie nur wenige Autostunden auseinanderliegen. Wärme und Feuchte von zwei Seiten, dazwischen Hangneigungen, die anderswo als unbewirtschaftbar gälten — das Klima macht hier keine Kompromisse, und der Wein auch nicht.

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