Klima in der Region Wien

Wienerwald trifft Pannonien

Klima

Wien liegt genau dort, wo zwei Wetterwelten aufeinanderprallen. Im Westen drückt der Wienerwald sein feuchteres, kühleres Klima gegen die Stadt. Im Osten öffnet sich die Pannonische Tiefebene mit heißen, trockenen Sommern und harten Wintern. Kein Weinberg der Stadt liegt weit von dieser Grenze entfernt.

Der Unterschied lässt sich in Millimetern messen. Im Wienerwald fallen bis zu achthundert Millimeter Regen im Jahr, im flachen Südosten der Stadt manchmal weniger als sechshundert. Gleichzeitig liegt die Jahresmitteltemperatur im dicht bebauten Stadtgebiet um rund zweieinhalb Grad höher als im angrenzenden Wienerwald. Die Stadt heizt sich eben auf, wie jede große Stadt es tut, und ihre Weingärten liegen mittendrin in diesem Wärmepolster.

Nachts kippt das Bild wieder. Kühle Luft fließt aus den bewaldeten Hängen des Wienerwaldes hinunter zu den Weingärten am Nussberg und Kahlenberg, so wie kaltes Wasser einen Abhang hinabläuft. Diese nächtliche Abkühlung hält die Säure in den Trauben fest, gerade bei einer früh reifenden Sorte wie dem Grünen Veltliner, der ohne sie schnell schlaff würde.

Am Bisamberg, nördlich der Donau, ist die Lage offener und windiger. Das lässt die Trauben schneller abtrocknen, aber auch mehr Wärme durch. Im Süden, bei Mauer und Oberlaa, mildert der etwas höhere Niederschlag die pannonische Hitze wieder ab. Wien hat also nicht ein Klima, sondern mehrere, dicht nebeneinander auf engem Raum verteilt, und jede Lage schmeckt dadurch ein bisschen anders.

Heiße, sonnige Sommer treiben den Zucker in die Beeren, kalte Winter zwingen die Reben zur Ruhe. Dazwischen liegt kaum eine Übergangszeit. Der Frühling kommt oft spät, der Herbst dafür kurz und knackig. Wer im Oktober durch die Weingärten am Nussberg geht, sieht oft noch gelbes Laub, während im Tal darunter schon der erste Nebel liegt.

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