
Baga und Verwandte
Rebsorten
Fast jede zweite Rebe in der Bairrada trägt Baga. Das Gesetz schreibt diesen Vorrang sogar fest: Mindestens die Hälfte eines Rotweins muss aus ihr stammen, oft deutlich mehr. Die Traube reift spät, rund zwei Wochen nach der verbreiteten Castelão, und wächst in mittelgroßen, kegelförmigen Trauben mit dunkelblauen Beeren. Ihre Schale ist dick genug, um bei feuchtem Herbstwetter nicht sofort zu faulen. Im Oktober regnet es hier oft.
Genau diese Schale macht Baga zu einem Kraftpaket. Viel Schale im Verhältnis zum Saft bedeutet viel Farbe, viel Tannin, der raue Belag, den man nach einem Schluck am Zahnfleisch spürt, und dazu noch reichlich Säure. Wird sie zu früh gelesen, schmeckt der Wein hart und grün. Reift sie dagegen voll aus, entstehen dunkle, langlebige Rotweine, die man früher unterschätzte und heute mit Barolo vergleicht.
Unter anderen Namen kennt man Baga auch als Tinta Bairrada, Tinta Fina oder Poeirinha, je nachdem, wen man in welchem Dorf fragt. Neben ihr lässt das Gesetz weitere rote Sorten zu: Castelão, Moreto und Tinta-Pinheira zählen zu den empfohlenen, während Alfrocheiro-Preto, Bastardo oder Trincadeira nur ergänzend erlaubt sind. Keine von ihnen kommt jedoch an Baga heran. Auf über neunzig Prozent der roten Rebfläche steht ausschließlich sie.
Bei den weißen Sorten heißt der Star Maria Gomes, in anderen Regionen als Fernão Pires bekannt, hier aber unter eigenem Namen kultiviert. Zusammen mit Arinto, Bical, Cercial und Rabo de Ovelha muss sie mindestens achtzig Prozent eines weißen Bairrada ausmachen. Bical gilt unter Kennern als die interessanteste von allen: Sie liefert straffe Säure und reift überraschend gut, obwohl sie meist im Schatten der roten Baga steht. Auch Chardonnay ist zugelassen. Er spielt aber nur eine Nebenrolle.