
Drei Berge, ein Kessel
Klima
Der Dão liegt in einer Wanne aus Granit, und drei Bergketten halten den Deckel drauf. Im Südosten blockiert die Serra da Estrela die trockene Hitze aus dem Landesinneren, im Westen schirmt die Serra do Caramulo Regen und Wind vom Atlantik ab. Im Norden riegelt zusätzlich die Serra da Nave ab. Das Ergebnis ist ein Klima, das kontinentaler wirkt als das jeder Küstenregion Portugals.
Diese Lage macht aus Regen ein Verteilungsproblem. Im Westen, näher am Caramulo, fallen mitunter über vierzehnhundert Millimeter im Jahr, während östliche Lagen im Windschatten der Berge manchmal nur achthundert Millimeter abbekommen. Fast der ganze Niederschlag fällt im Herbst und Winter — die Sommer bleiben trocken, heiß und für die Reife entscheidend.
Nachts zeigt sich der eigentliche Vorteil der Höhe. Zwischen Tageshitze und Nachtkühle liegen im Sommer oft mehr als zwanzig Grad. Diese Differenz hält die Säure in der Beere fest, während tagsüber Zucker und Aromen reifen. Ohne diesen Wechsel würden die Weine flach schmecken, so kräftig wie Touriga Nacional sie sonst wirken lässt.
Höhe entscheidet dabei doppelt. Die meisten Weinberge liegen zwischen vierhundert und fünfhundert Metern, einzelne Parzellen klettern bis auf achthundert. Wer höher pflanzt, erntet später und kühler, wer tiefer bleibt, riskiert überreife Trauben mit wenig Frische.
Winter bringt das Gegenstück zum trockenen Sommer. Kalt und feucht füllen sie die Böden mit Wasser, das die Reben über den ganzen folgenden Sommer aufbrauchen. Bewässerung ist in der traditionellen Lage kaum vorgesehen. Ein Winter mit zu wenig Regen zeigt sich deshalb erst Monate später, mitten in der Reife, wenn die Reben plötzlich kein Wasser mehr finden.