Rebsorten in der Region Douro

Touriga & Feldmischung

Rebsorten

Ein alter Weinberg im Douro ist selten eine einzige Sorte. Frühere Winzer pflanzten, was gerade verfügbar war, Reihe für Reihe gemischt, und lasen am Ende alles zusammen — eine solche vinha velha kann zwanzig, dreißig oder mehr Rebsorten enthalten, oft ohne dass noch jemand genau weiß, welche. Nur eine Handvoll davon bestimmt trotzdem, wie ein Douro-Wein heute schmeckt.

Touriga Nacional gilt als die wichtigste rote Sorte der Region. Dabei bedeckt sie nur gut zehn Prozent der Rebfläche. Die Trauben sind klein und dickschalig, der Ertrag ist niedrig. Genau deshalb hätten viele Winzer sie in den Siebzigerjahren beinahe aufgegeben. Was übrig blieb, gibt dem Wein Farbe, Tannin und einen Duft nach Veilchen und dunkler Brombeere, der auch in einer Verschnittmenge von nur einem Zehntel noch durchkommt.

Die größte Fläche trägt mit fünfundzwanzig Prozent Touriga Franca. Sie wächst zuverlässiger und bringt mehr Ertrag. Dafür schmeckt sie sanfter und gibt der Mischung eher Fülle als Kontur. Tinta Roriz, andernorts als Tempranillo bekannt, kommt auf gut vierzehn Prozent. Sie verträgt Trockenheit gut und liefert rote Frucht und Struktur. Tinto Cão, wörtlich Hundekralle wegen der kleinen krummen Beeren, ist auf wenigen Hektar fast verschwunden, weil sie schlecht trägt und spät reift — wo sie steht, sorgt sie für Säure, die den oft üppigen Verschnitten fehlt. Tinta Barroca hat knapp neun Prozent der Fläche. Sie reift früh und süß und wächst bevorzugt im kühleren Baixo Corgo.

Die amtliche Rebsortenliste kennt über hundert zugelassene Sorten. Nur dreißig davon gelten als amtlich empfohlen. Der Sinn dahinter ist praktisch. Wenn eine Sorte unter der Sommerhitze leidet, trägt eine andere die Ernte. Die endgültige Mischung entsteht oft erst beim Verkosten der einzelnen Fässer, nicht schon im Weinberg.

Bei den weißen Sorten führen Rabigato, Malvasia Fina, Moscatel Galego Branco und Viosinho, aus denen sowohl trockene Weißweine als auch weißer Port entstehen, auch wenn keine von ihnen allein auf mehr als vier Prozent der Rebfläche kommt. Dass es überhaupt einen nennenswerten trockenen Douro-Wein gibt, ist noch jung. Fernando Nicolau de Almeida füllte 1952 mit dem Barca Velha den ersten ernstzunehmenden trockenen Rotwein der Region ab, aus Trauben der Quinta do Vale Meão im Douro Superior, die vorher nur für Port bestimmt waren.

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