Klima in der Region Lissabon

Nortada und Nebel

Klima

Nur wenige Kilometer trennen hier einen kühlen Weinberg von einem warmen. Im Schnitt fallen sechshundert bis siebenhundert Millimeter Regen im Jahr, die Temperaturen schwanken kaum extrem, und trotzdem prägt ein einziger Wind den Unterschied zwischen der Küste und dem Landesinneren: die Nortada. Das reicht für zwei Klimazonen.

Sie weht vor allem zwischen Juni und September aus Norden, getrieben von einem Hitzetief über der Halbinsel und dem Azorenhoch über dem Atlantik. Kompliziert ist das nicht. Der Wind drückt warmes Oberflächenwasser vor der Küste hinaus aufs Meer, kaltes Tiefenwasser steigt nach, und über dieser plötzlich kühlen See bildet sich Nebel, der oft bis weit ins Land zieht. Für Ferienstrände ist das lästig, weil er Sand aufwirbelt. Für Reben an der Küste ist er die Rettung vor der Sommerhitze.

Am stärksten trifft er Colares, wo die Serra de Sintra den Nebel förmlich einfängt und salzige Meeresluft direkt über die Weinberge treibt. Ramisco reift hier deshalb selten über elf Volumenprozent Alkohol hinaus, weil ihr die Wärme fehlt, die andere portugiesische Rotweine locker erreichen. Colares bleibt zurückhaltend. Zugleich hält dieselbe Kühle die Säure fest, die den Wein Jahrzehnte tragen kann.

Bucelas, weiter im Landesinneren am Fluss Trancão, bekommt eine mildere Version desselben Effekts. Trancão macht den Unterschied. Tagsüber wird es dort heiß und trocken, in der Nacht kühlen feuchte Winde vom Tejo-Ästuar und vom Atlantik nach, und genau dieser Sprung zwischen Tag und Nacht bewahrt die Säure, für die Arinto berühmt ist.

Weiter östlich, in Alenquer, Arruda und Torres Vedras, lässt die Serra de Sintra kaum noch etwas vom Wind durch. Wärme gewinnt am Ende. Dort wird es im Sommer heißer, die Nächte bleiben milder, und genau diese zusätzliche Wärme reicht, damit Castelão und Tinta Miúda ausreifen, wozu Ramisco an der Küste zwanzig Kilometer weiter niemals käme. Genau das macht diese Region speziell.

Bilder mit KI erstellt · Texte KI-gestützt, redaktionell geprüft

Dürfen wir messen, wie Gustofolio benutzt wird? Dafür würden wir Google Analytics laden und ein Cookie auf deinem Gerät speichern. Das hilft uns zu sehen, welche Bereiche gebraucht werden — mehr nicht. Inhalte deiner Sammlung werden dabei nicht übertragen.

Ohne deine Zustimmung passiert nichts davon, und Gustofolio funktioniert vollständig weiter. Du kannst deine Entscheidung jederzeit ändern. Einzelheiten in der Datenschutzerklärung.