Region & Geschichte in der Region Setúbal

1907 bis heute

Region & Geschichte

Schon im dreizehnten Jahrhundert wurde in der Gegend um Setúbal Wein gehandelt, lange bevor jemand ihn amtlich vermaß. Erst 1907 zog der portugiesische Staat eine Grenze um die Hügel der Serra da Arrábida und nannte das Gebiet offiziell Região Demarcada do Moscatel de Setúbal — die zweitälteste ihrer Art im Land, nach dem viel früher abgegrenzten Douro. Im Jahr darauf unterschrieb Dom Manuel II. das dazugehörige Regelwerk. Er war der letzte König Portugals. Zwei Jahre später fiel die Monarchie, der Moscatel blieb.

1834 gründete José Maria da Fonseca in Azeitão sein Weingut, zunächst nur für den süßen Moscatel gedacht. Fünfzehn Jahre später brachte er den ersten Moscatel de Setúbal unter eigenem Namen heraus, und 1850 folgte mit der Periquita der erste in Flaschen abgefüllte portugiesische Rotwein überhaupt. 1866 kam Palmela Superior dazu. Aus einer einzelnen Familie wurde so über drei Jahrzehnte fast im Alleingang ein ganzer Weinbaustil.

Die roten Weine der Gegend hatten es schwerer, eine eigene Stufe zu bekommen. Lange liefen sie nur als Indicação de Proveniência Regulamentada, eine Vorstufe ohne das Gewicht einer echten Herkunftsbezeichnung. Das änderte sich erst mit dem Decreto-Lei Nr. 326/97 vom 26. November 1997: Palmela wurde zur Denominação de Origem Controlada, und die bis dahin getrennte Zone Arrábida ging gleich mit darin auf. Seitdem tragen die zwei Weinwelten dieser Reise zwei eigene Namen unter einem Dach: Palmela für die Roten, Setúbal für den Moscatel.

Heute schützt EU-Recht beide Namen als geografische Angabe, seit Mai 2024 nach der Verordnung (EU) 2024/1143. Klingt nach Papierkram, ist aber der Grund, warum auf keiner Flasche aus Andalusien „Moscatel de Setúbal“ stehen darf, auch wenn dort dieselbe Rebsorte reift. Die Grenze von 1907 gilt im Kern noch immer: das Gebiet um Azeitão, Palmela und einen Teil von Sesimbra, kaum größer als eine mittlere deutsche Stadt.

José Maria da Fonseca füllt bis heute ununterbrochen ab, durch Reblaus, zwei Weltkriege, eine Diktatur und den EU-Beitritt hindurch — fast zweihundert Jahre ohne Pause. Wenige Weingüter Europas können das behaupten. In Setúbal ist das kein Museumsstück, sondern ganz normaler Betrieb.

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