Klima in der Region Vinho Verde

Der feuchte Norden

Klima

Kein Weingebiet Portugals bekommt so viel Regen ab wie dieses hier. Atlantische Tiefs treffen ungebremst auf die Küste. Sie stauen sich an den ersten Hügeln im Landesinneren, wo aus Nieselregen schnell tagelanger Dauerregen wird. Weiter südlich, im trockenen Alentejo, fällt in einem ganzen Jahr oft weniger Regen als hier in einem einzigen Monat.

Diese Feuchtigkeit ist der Grund, warum die Reben hier traditionell hoch wachsen: Auf Pergolen aus Granitpfosten und Draht, Cruzeta genannt, hängen die Trauben zwei Meter über dem Boden, weit weg von der feuchten, pilzanfälligen Luft direkt über der Erde. Der Platz darunter blieb frei für Mais, Kohl und Bohnen - ein Kompromiss aus einer Zeit, in der jedes Feld mehrere Ernten liefern musste.

Weiter im Landesinneren ändert sich das Bild. Im Tal um Monção und Melgaço schirmen Hügel das feuchte Atlantikwetter ab. Die Sommer werden dort trockener und wärmer, die Nächte bleiben aber kühl. Genau dieser Wechsel aus warmen Tagen und kalten Nächten lässt Alvarinho viel Zucker bilden. So erreicht er höhere Alkoholwerte als jede andere Sorte der Region, ohne seine Säure zu verlieren.

An der Küste, in den Unterregionen Lima, Cávado und Ave, bleibt es dagegen kühl und feucht bis in den Spätsommer. Loureiro und Azal reifen hier langsamer. Sie bilden weniger Zucker und behalten mehr Säure. Deshalb schmecken Weine von hier schlanker und schärfer als ein Alvarinho aus dem warmen Norden.

Das Meer bringt neben Regen auch Schutz. Frost ist in fast der ganzen Region unbekannt, weil die feuchte Luft die Temperatur selten unter null Grad fallen lässt. Der Preis dafür ist ständiger Druck durch Pilzkrankheiten wie den Falschen Mehltau. Dagegen müssen die Winzer bis heute öfter in den Weinberg als fast irgendwo sonst in Portugal.

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