
Ștefan cel Mare
Region & Geschichte
Reben standen hier schon vor der Schrift. Archäologen fanden bei Cotnari verkohlte Traubenkerne und Tongefäße mit Weinresten aus der Cucuteni-Kultur. Diese Kultur lebte zwischen 5500 und 2700 vor Christus in den Hügeln der heutigen Region Iași, lange bevor irgendjemand für den Ort einen Namen aufschrieb.
Das änderte sich 1448. Am 5. Oktober 1448 wurde der Name Cotnari in einer Urkunde der moldauischen Kanzlei erstmals festgehalten. Wenig später bestieg Ștefan cel Mare den Thron, machte Cotnari zu einer seiner Residenzen und legte damit den Grund für einen Ruf, der bis heute hält.
Der Wein bekam einen Titel. Er hieß vinul de domnie, zu Deutsch etwa Wein des Fürsten, und setzte sich schon damals aus vier Sorten zusammen. Grasă de Cotnari, Fetească Albă, Frâncușă und Tămâioasă Românească bildeten den Verschnitt, der dem Ort seinen Namen gab und bis heute die Grundlage der süßen Weine von hier ist.
Andere Höfe hörten davon. 1711 kam der russische Zar Peter der Große nach Iași und soll geschworen haben, er kenne keinen besseren Wein. Ein Pariser Dokument von 1875 reihte den Wein von Cotnari neben den ungarischen Tokajer und stellte ihn über die Weine vom Rhein, obwohl kaum jemand den Ort kannte.
Der Sozialismus veränderte vieles. 1948 gründete der neue Staat aus zwei Staatsgütern den Großbetrieb IAS Cotnari, der zeitweise über zweitausend Hektar bewirtschaftete. Daraus ging die heutige Firma Cotnari SA hervor, die rund neunhundert Hektar besitzt und weitere achthundert dazu pachtet. Der Name ist als DOC geschützt, Teil des europäischen Systems für Ursprungsweine, das seit Mai 2024 die Verordnung (EU) 2024/1143 regelt.