Böden in der Region Dealu Mare

Roter Ton, Kalk

Böden

Grab in Valea Călugărească ein Loch. Nach wenigen Spatenstichen wird die Erde rötlich. Man nennt das Land der roten Weine. Schon nach kurzer Zeit stößt der Spaten auf eine Erde, fast wie gebrannter Ziegel gefärbt, und genau diese Farbe gab der Region ihren Beinamen — nicht wegen des Weins selbst, sondern wegen des Bodens tief darunter.

Dieser rote Ton entstand aus verwittertem Mergel. Eisenoxid gibt ihm seine Farbe. Nach Regen bleibt er lange feucht. Zusammen mit feinem, eisenhaltigem Sand verdichtete er sich über Jahrtausende zu einer schweren, lehmigen Schicht, die in trockenen Sommern aufreißt und trotzdem tagsüber Wärme speichert, welche sie in der Nacht wieder an die Wurzeln abgibt.

Rebwurzeln haben es hier nicht leicht. Der Ertrag bleibt dabei klein. Kleine Beeren tragen mehr Schale als Saft. Sie brauchen mehr Kraft, um sich durch den schweren Ton zu arbeiten, als in lockerem Sandboden, und genau diese Anstrengung drückt die Beeren zusammen, während in der Schale Farbe und Tannin sitzen, weshalb Weine aus diesen Lagen oft dunkler und dichter wirken.

Weiter östlich wechselt das Bild. Dort liegen sarmatische Kalksteine und Löss. Diese Böden enthalten kaum Eisen. Um Pietroasele in Buzău begünstigen die helleren, kalkreichen Böden mit ihrem hohen Kalkgehalt aromatische Weißweine wie die Tămâioasă Românească, während die roten, eisenreichen Böden im Westen den kräftigen Rotweinen aus Fetească Neagră vorbehalten bleiben.

Ein Irrglaube hält sich auch hier. Der Boden schmeckt nicht direkt im Wein. Der Umweg ist der ganze Punkt. Angeblich nehme die Wurzel Mineralien aus dem Gestein auf und reiche sie weiter, tatsächlich aber wirkt der Ton nur über Umwege — über Wasser, das er speichert oder abgibt, über Wärme, die er hält, und über die Tiefe, in die er die Wurzel zwingt.

Grab dich durchSchicht antippen

Dünne dunkle Auflage aus verrottetem Laub und Gras, in bewirtschafteten Weinbergen oft nur eine Handbreit dick.

Die Wurzel: Hier sitzen die Feinwurzeln, die den ersten Regen nach der Trockenheit aufnehmen.

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