Böden in der Region Štajerska

Opoka & Terrassen

Böden

Wer am Jeruzalemberg eine Schaufel in den Hang setzt, kommt nach wenigen Spatenstichen an weichen, hellen Stein. Das ist Opoka, ein Gemisch aus Mergel und feinem Sandstein, das vor rund achtzehn Millionen Jahren am Grund des pannonischen Meeres entstand. Man kann es mit den Fingern zerbröseln.

Genau diese Weichheit macht Opoka zum Problem und zum Segen zugleich. Wasser und Luft kommen leicht hindurch, also treibt die Rebwurzel tief, oft mehrere Meter, auf der Suche nach Feuchtigkeit und den wenigen Nährstoffen, die der Stein hergibt. Bei starkem Regen quillt derselbe Stein jedoch auf und wird instabil, und ganze Hangstücke sind in der Vergangenheit ins Rutschen geraten.

In den Haloze ist die Geschichte etwas anders geschrieben. Dort stammt die Opoka aus dem Miozän, einer Erdzeit vor über fünf Millionen Jahren, und ist stellenweise von hartem, kalkhaltigem Sandstein durchzogen. Die Hänge liegen zudem steiler als in den Ljutomersko-Ormoške gorice, wo sich lockerer Sand, Kies, Lehm und Mergel abwechseln. Beide Böden tragen weiße Weine mit ähnlich schlanker Säure, nur die Fülle im Mund unterscheidet sich.

Ein Irrglaube hält sich hartnäckig, auch hier. Der Wein schmecke mineralisch, heißt es oft, weil die Wurzel Mineralien aus dem Gestein sauge und weiterreiche. Das stimmt so nicht. Gestein liefert nur gelöste Ionen in Spuren, die kein Gaumen herausschmecken könnte. Was tatsächlich wirkt, ist der Umweg über Wasserhaushalt und Wärme, die der helle Stein tagsüber speichert und nachts wieder abgibt.

Terrassen sind die menschliche Antwort auf diesen unruhigen Untergrund. Sie brechen den Hang in flache Stufen, halten den Regen länger auf der Fläche und bremsen die Erosion, die auf nacktem Opoka-Hang sonst jeden Herbst ein Stück Weinberg talwärts spülen würde.

Grab dich durchSchicht antippen

Dünne dunkle Auflage aus verrottetem Laub und Gräsern, die zwischen den Rebzeilen fast immer stehen bleiben, um den Hang zu halten.

Die Wurzel: Feinwurzeln greifen hier den Regen ab, sobald er fällt, und sind nach wenigen trockenen Tagen die ersten, die leer ausgehen.

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