Herstellung in der Region Bierzo

Hand & Maultier

Herstellung

Bierzo hat zwei völlig verschiedene Arten, Mencía zu keltern, und beide leben nebeneinander weiter. Die alte Schule vergärt ganze, unentrappte Trauben unter Kohlendioxid, dieselbe Technik wie im Beaujolais, und daraus wird ein leichter, fruchtiger Wein für den schnellen Verkauf. Die neue Schule dagegen zielt auf das Gegenteil: auf Konzentration, Struktur und Lagerfähigkeit.

Schon die Ernte selbst ist Handarbeit. An den steilen Schieferterrassen um Corullón kommt kein Traktor mehr hoch; die steilsten Lagen im Bierzo erreichen rund fünfundvierzig Prozent Gefälle. Die Trauben werden von Hand geschnitten und in kleinen Kisten getragen. Stellenweise geht es noch heute mit dem Maultier ins Tal, weil kein anderes Fahrzeug zwischen die schmalen Mauern der alten Terrassen passt.

Im Keller entrappen die meisten Qualitätsbetriebe die Trauben heute vollständig und vergären sie mit spontanen Hefen aus dem eigenen Weinberg. Ziel ist eine schonende Extraktion, die Farbe und feines Tannin herausholt, ohne die zarten Veilchenaromen der Mencía zu erschlagen. Manche Winzer lassen bewusst einen Teil ganzer Trauben mitgären. Das gibt dem Wein zusätzliche Würze, ohne zu bitteren Ecken zu greifen.

Beim Fassausbau hält sich die Region auffällig zurück. Statt neuer, stark tostierter Barriques greifen viele Bodegas zu gebrauchtem französischem Holz oder zu großen alten Fässern, weil neues Holz die feinen Fruchtaromen der Mencía schnell überdeckt. Wo Neuholz doch zum Einsatz kommt, dosieren die besten Betriebe es sparsam, und nur für einen Teil der Ernte.

Die Reifestufen selbst sind streng geregelt. Ein Crianza braucht mindestens vierundzwanzig Monate insgesamt, davon sechs im Eichenfass, ein Reserva sechsunddreißig Monate mit mindestens zwölf im Fass. Am längsten reift der Gran Reserva: sechzig Monate insgesamt, davon mindestens achtzehn im Holz, der Rest in der Flasche. Ein einfacher Joven dagegen kommt oft schon im Frühjahr nach der Ernte in den Verkauf.

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