Klima in der Region Navarra

Cierzo trifft Atlantik

Klima

Ein einziger Wind erklärt in Navarra mehr als jede Landkarte. Er heißt cierzo, kommt aus Nordwesten, fegt kalt und trocken das Ebrotal hinunter und weht mit drei bis über sechs Metern pro Sekunde fast das ganze Jahr. Pilzkrankheiten haben es schwer, wenn die Blätter nie lange nass bleiben.

Auf engem Raum stoßen hier zwei Klimazonen aufeinander. Im Norden, um Baja Montaña, Valdizarbe und Tierra Estella, reicht atlantische Feuchte noch über die Pyrenäenausläufer bis in die Weinberge. Nach Süden hin, in Ribera Alta und vor allem in Ribera Baja, übernimmt ein trockenes Mittelmeerklima mit deutlich weniger Regen und heißeren Sommern. Die Weinberge selbst liegen zwischen dreihundert und fünfhundertfünfzig Metern.

Der Unterschied lässt sich in Millimetern zählen. In Valdizarbe, der feuchtesten Zone, fallen bis zu achthundertsieben Millimeter Regen im Jahr. In der Ribera Baja im Süden sind es oft nur dreihundertsechzig. Dort übersteigt das jährliche Wasserdefizit der Reben dreihundert Millimeter, weshalb der Pliego de Condiciones dort gezielte Tropfbewässerung ausdrücklich erlaubt.

Trotzdem bleibt die Säure erhalten, und das liegt an der Temperaturspanne zwischen Tag und Nacht. Im Jahresmittel liegen zwölf bis vierzehn Grad an, im heißesten Monat einundzwanzig bis fünfundzwanzig – tagsüber wärmer als in vielen Küstenregionen, nachts aber spürbar kühler, weil Navarra nördlicher liegt als die meisten spanischen Weinbaugebiete. Diese Spanne hält die Frische in der Traube fest, während anderswo die Säure längst verflogen wäre.

Wer durch die fünf Zonen fährt, sieht die Ernte wandern. In der heißen, sonnenreichen Ribera Baja, mit bis zu siebenundzwanzighundert Sonnenstunden im Jahr, beginnt die Lese am frühesten. Oben in Tierra Estella und der Baja Montaña, kühler und regenreicher, warten die Winzer oft Wochen länger. Der erste Frost im Herbst kommt im Schnitt zwischen dem 10. November und dem 1. Dezember – spät genug für einen langen Reifeherbst, früh genug, um die Erntehelfer zur Eile zu mahnen.

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