
Xarel·lo, Macabeu, Parellada
Rebsorten
Ein einziger Wein braucht hier drei Trauben, nicht eine. Xarel·lo gibt dem Cava sein Rückgrat: feste Säure, ein Hauch Fenchel und Anis in der Nase, und am Gaumen ein leicht salziger, bitterer Abgang, der lange nachklingt. Ohne sie wirkt jeder Grundwein flach.
Parellada wächst am liebsten hoch oben, in den kühleren Lagen des Penedès Superior, wo die Trauben ihre Säure behalten, obwohl ringsum längst Hochsommer herrscht. Sie bringt Frische und einen Duft nach Apfel und Weißdorn, aber wenig Alkohol — deshalb steht sie fast nie allein im Glas. Macabeu dagegen liebt es warm und trägt die Basis: mehr Zucker, mehr Volumen, weniger Charakter. Erst die Mischung der drei ergibt den ausgewogenen Grundwein, aus dem die zweite Gärung in der Flasche später den Cava macht.
Bei den roten Sorten sieht die Geschichte anders aus, fast tragisch. Sumoll war einmal die wichtigste rote Rebe der Gegend, robust gegen Trockenheit. Ihre hohe Säure und dünne Farbe genügten dem Massengeschmack der Siebziger- und Achtzigerjahre aber nicht mehr. Winzer rissen die alten Stöcke reihenweise heraus, für neue weiße Reben, die der Cava-Boom brauchte. Erst im Jahr 2000 startete das Weingut MontRubí ein Projekt, um alte Sumoll-Parzellen zu retten, und 2001 stand der erste reinsortige Sumoll der Welt im Glas.
Eine dritte Gruppe kam erst in den Siebzigerjahren dazu, und sie kam von weit her. Cabernet Sauvignon, Chardonnay und Sauvignon Blanc wuchsen zuvor nirgends im Penedès. Bodegas Torres pflanzte sie in den höheren, kühleren Lagen, dort, wo die einheimischen Sorten sonst kaum reif wurden. Reinsortiger Cabernet aus Mas La Plana zeigte, dass die Region mehr konnte als Schaumwein.
Bei den stillen Rotweinen dominieren heute vor allem Ull de Llebre — der katalanische Name für Tempranillo — und Garnatxa. Oft kommt noch etwas Monastrell für mehr Tannin in den Verschnitt. Sie tragen die kräftigen Rotweine der Region, während Xarel·lo, Parellada und Macabeu für die Flasche mit der Perlage zuständig bleiben. Zwei Traubenwelten, ein Boden.