
Meer trifft Bergland
Klima
Der Penedès hat nicht ein Klima, sondern drei, und alle liegen innerhalb einer knappen Autostunde beieinander. Direkt am Meer, im Penedès Marítim, mildert die Nähe zum Wasser jede Spitze. Kaum Frost im Winter, keine extreme Hitze im Sommer. Wer von dort aus Richtung Landesinnere fährt, spürt den Unterschied schon nach wenigen Kilometern.
In der Mitte liegt der Penedès Central, eine Mischung aus beiden Welten. Hier steht auch der Großteil der klassischen Cava-Reben um Sant Sadurní d'Anoia. Weiter oben, im Penedès Superior, klettern die Weinberge auf bis zu 800 Meter. Dort lässt die Vorküstenkette den Wind aus dem Landesinneren durch. Der Regen fällt dort häufiger, und zwischen Tageshöchst- und Nachttiefstwerten liegen deutlich mehr Grad als unten am Meer.
Diese Höhe rettet die Säure. Im Sommer erreicht Vilafranca del Penedès mühelos dreißig Grad am Tag, aber oben im Superior kühlt es nachts spürbar stärker ab als unten an der Küste. Genau dieser Unterschied hält die Säure in Xarel·lo und Parellada fest, die ein guter Cava braucht. Ohne sie wirkt der Grundwein müde, noch bevor die zweite Gärung überhaupt beginnt.
Im Jahresmittel liegt die Temperatur in Vilafranca bei rund fünfzehn Grad, der Niederschlag bei sechshundert bis sechshundertfünfzig Millimetern. In den höheren Lagen des Superior kann es deutlich mehr regnen. Das reicht für die Reben, aber knapp, und in trockenen Jahren entscheidet die Bewässerung an der Küste, wer überhaupt eine volle Ernte einfährt.
Geerntet wird deshalb nicht überall gleichzeitig. Am Meer beginnt die Lese oft schon Ende August, weil die Trauben dort früher reif werden; im Superior kann sie sich bis in den Oktober ziehen. Für ein Weingut mit Parzellen in mehreren Zonen heißt das: mehrere Wochen Erntezeit für dieselbe Sorte, je nachdem, wie nah am Wasser sie steht.