Herstellung in der Region Priorat

Vaso, Guarda, Handlese

Herstellung

Auf den steilen Terrassen des Priorat fährt kein Vollernter. Die Hänge sind zu steil, die Mauern zu eng, deshalb schreibt die Herkunftsbezeichnung von Porrera bis Torroja del Priorat die Handlese als Regel vor. Geerntet wird erst, wenn die roten Sorten mindestens zwölfeinhalb und die weißen mindestens zwölf Prozent möglichen Alkohol erreicht haben, meist Ende September oder im Oktober.

Die Reben selbst wachsen traditionell in freistehender Buscherziehung, ohne Draht und Pfahl. Diese Form bietet dem Wind Widerstand und schützt die Blätter vor der harten Sonne. Je Hektar stehen mindestens zweieinhalbtausend und höchstens neuntausend Stöcke, bei Neupflanzungen seit 2013 mindestens dreitausend. Bewässert wird nur in Ausnahmefällen, wenn sonst die Pflanze selbst in Gefahr geriete.

Wie viel am Ende ins Fass darf, ist streng gedeckelt: höchstens sechstausend Kilo Trauben pro Hektar bei roten und achttausend bei weißen Sorten, was etwa neununddreißig beziehungsweise zweiundfünfzig Hektoliter Wein ergibt. Beim Pressen dürfen aus hundert Kilo Trauben höchstens fünfundsechzig Liter Wein herauskommen. Alles darüber gilt als zu verdünnt für die Denominación.

Nach der Gärung, bei roten Weinen meist mit langer Standzeit auf der Schale für Farbe und Tannin, beginnt die Fassreife. Wer seinen Wein als vino de guarda verkaufen will, muss ihn mindestens zwölf Monate in einem Holzfass lagern. Erst danach darf er in die Flasche. Viele Keller bleiben deutlich länger dabei, manche über zwei Jahre. Das kräftige Tannin der Samsó-Trauben braucht Zeit, um weich zu werden.

Eine Regel gilt streng für die gesamte Region: Abgefüllt werden darf nur innerhalb der eigenen Zone. Ein Keller außerhalb des Priorat darf den Namen auf dem Etikett nicht tragen, selbst wenn die Trauben von hier stammen. Diese Vorschrift heißt embotellado en origen und gehört zu den strengeren Auflagen einer Denominación de Origen Calificada. Sie soll verhindern, dass der Wein auf dem Weg zur Flasche irgendwo verdünnt oder vermischt wird.

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