Verkosten in der Region Priorat

Dunkel, dicht, lang

Verkosten

Die Farbe verrät im Priorat schon viel, bevor man das Glas ans Gesicht hebt. Sie reicht von dunklem Kirschrot bis fast Schwarz, mit einem violetten Rand bei jungen Jahrgängen. Das amtliche Regelwerk beschreibt genau das als Ziel, eine kräftige, dunkelrote Farbe, die den Wein sofort von leichteren Nachbarn unterscheidet.

Der erste Duft kommt meist von dunklen Früchten: eingekochte Brombeere, Schwarzkirsche, manchmal ein Hauch Lakritz von der Samsó-Traube. Schwenkt man das Glas, kommt eine zweite Schicht dazu, die viele überrascht: getrocknetes Kraut, Rosmarin und Thymian, wie sie wild zwischen den Rebzeilen wachsen. Dazu kommt ein warmer, fast erdiger Ton, den manche mit erhitzter Llicorella vergleichen.

Im Mund merkt man zuerst das Gewicht. Priorat muss laut Vorschrift mindestens dreizehneinhalb Prozent Alkohol haben, und diese Kraft spürt man als Wärme im Rachen, getragen von viel Extrakt und festem Tannin aus kleinen, dickschaligen Beeren. Einen dünnen, wässrigen Priorat gibt es praktisch nicht: Der karge Schieferboden lässt ihn gar nicht erst entstehen.

Am Ende zählt die Länge. Ein guter Priorat hält den Geschmack zwanzig, dreißig Sekunden nach dem Schlucken, manchmal länger, und genau darin liegt der Unterschied zwischen einem einfachen und einem großen Jahrgang. Wer den Wein zu jung öffnet, schmeckt vor allem das Tannin. Die Länge dahinter übersieht er.

Wie stark Süße und Kraft gegenüber Säure und Struktur wirken, hängt vom Verhältnis der beiden Reben ab. Ein Wein mit viel Garnacha schmeckt runder und wärmer, einer mit viel Samsó straffer und dunkler. Wer beide Stile nebeneinander verkostet, versteht sofort, warum das Regelwerk beide Reben empfiehlt und keine der beiden allein.

Bilder mit KI erstellt · Texte KI-gestützt, redaktionell geprüft

Dürfen wir messen, wie Gustofolio benutzt wird? Dafür würden wir Google Analytics laden und ein Cookie auf deinem Gerät speichern. Das hilft uns zu sehen, welche Bereiche gebraucht werden — mehr nicht. Inhalte deiner Sammlung werden dabei nicht übertragen.

Ohne deine Zustimmung passiert nichts davon, und Gustofolio funktioniert vollständig weiter. Du kannst deine Entscheidung jederzeit ändern. Einzelheiten in der Datenschutzerklärung.