Klima in der Region Rioja

Drei Klimazonen treffen sich

Klima

Stell dich mit dem Rücken zur Sierra de Cantabria, und du stehst im Windschatten. Das schroffe Gebirge im Norden fängt kalte, feuchte Luft vom Atlantik ab, bevor sie das Ebrotal erreicht. Im Süden übernehmen die Sierra de la Demanda und die Los Cameros denselben Job gegen die trockene Hitze der Meseta. Dazwischen liegt ein schmales Tal, in dem sich gleich drei Klimazonen die Hand reichen: atlantisch, mediterran, kontinental.

Wie stark welche davon wirkt, hängt vom Ort ab. Zwischen Haro im Westen und Alfaro im Osten liegen rund hundert Kilometer, und auf dieser Strecke sinkt der Regen spürbar. Im oberen Teil der Rioja Alta und in der Rioja Alavesa fallen im Jahr rund fünfhundert Millimeter, in der Rioja Oriental sind es nur noch etwa dreihundertfünfzig. Wer in Haro startet, fährt sich langsam aus dem feuchten Norden in einen trockeneren Süden.

Der cierzo, ein kalter Nordwestwind, fegt regelmäßig durchs Tal und hält die Weinberge trocken — wichtig gegen Pilzkrankheiten. Er sorgt zugleich für kühle Nächte mitten im Sommer. Zufall ist das nicht. Warme Tage bauen Zucker auf, kalte Nächte halten die Säure fest, die bei ungebremster Hitze längst verflogen wäre.

Zur Höhe kommt die Zahl der Sonnenstunden: rund zweitausend im Jahr. Das ist beachtlich für eine Region, die trotzdem selten wirklich heiß wird. Die Jahresmitteltemperatur pendelt zwischen etwa zwölf und vierzehn Grad, an einzelnen Sommertagen klettert das Thermometer deutlich über dreißig. Die Weinberge selbst liegen gestaffelt in Terrassen bis auf rund neunhundert Meter Höhe. Mit jedem Höhenmeter sinkt die Durchschnittstemperatur ein Stück weiter.

Dieses Nebeneinander dreier Klimazonen erklärt, warum Rioja nie nur einen Weinstil hervorgebracht hat. Ein Tempranillo aus der kühlen Rioja Alavesa schmeckt straffer und weniger fruchtig als einer aus der warmen Rioja Oriental, obwohl beide auf derselben Rebe stehen, unter demselben Regionsnamen verkauft werden und oft im selben Herbst geerntet wurden.

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