Böden in der Region Toro

Cascajo & Kalkpudding

Böden

Grab in einem Weinberg bei Toro ein Loch, und schon nach wenigen Spatenstichen stößt du auf lockeres, kiesiges Geröll. Cascajo nennen die Winzer das hier, grobkörniger Sand mit viel Stein darin, kaum dunkler Humus obenauf. Wer erwartet, unter alten Reben fruchtbare schwarze Erde zu finden, wird in Toro enttäuscht. Genau das ist der Punkt.

Dieser Boden entstand im Tertiär, als sich über Jahrmillionen Sandstein, Ton und kalkhaltige Geröllschichten in einem flachen Becken ablagerten. Mal kam das Material aus stillem Wasser, mal aus wechselnden Flussarmen. Die obersten Schichten sind braune Kalkböden über losem Material, arm an organischer Substanz, mit weniger als einem Prozent Humusanteil. Der pH-Wert liegt meist zwischen sechs und sieben, nur im Südwesten der Zone steigt er auf fast acht. Nährstoffe sind rar, nur Eisen findet sich reichlich.

Genau dieses Eisen prägt den Wein mehr, als man vermuten würde. Winzer aus Toro erklären damit die kräftige, fast undurchsichtige Farbe ihrer Rotweine, verstärkt durch die alte Erziehungsform Vaso, bei der die Rebe frei steht statt am Draht. Dazu kommt der karge Boden selbst: Wo kaum Wasser und Nährstoff vorhanden sind, bleiben die Beeren klein, und kleine Beeren tragen im Verhältnis mehr Schale als Saft.

Bei San Román de Hornija erzählt der Boden eine ganz andere Geschichte, geschrieben nicht vom Gestein, sondern vom Fluss selbst. Dort liegen alte Weinberge auf Terrassen aus canto rodado, abgerundetem Flusskies, den der Duero über Jahrtausende dort abgelegt hat. Auf genau diesem Kies stehen die alten Parzellen. Aus ihnen machte später Vega Sicilia mit Pintia einen eigenen Wein. Der Fluss selbst hat diesen Boden gebaut. In ihm wurzeln seine Reben noch heute.

Der lockere Sand hatte im neunzehnten Jahrhundert noch einen anderen Effekt. Er stoppte die Reblaus, die sich in dichteren, tonigen Böden mühelos ausbreitet, im lockeren Sand aber keine stabilen Gänge graben kann. Deshalb stehen in Toro bis heute wurzelechte, nie umgepfropfte Rebstöcke, manche über neunzig Jahre alt, ein Erbe, das in weiten Teilen Europas längst verschwunden ist.

Grab dich durchSchicht antippen

Grobkörniger, kiesiger Sand mit vereinzelten Kalksteinen, kaum dunkler Humus obenauf.

Die Wurzel: Hier sitzen die Feinwurzeln. Nach ein paar trockenen Wochen finden sie fast nichts mehr.

Bilder mit KI erstellt · Texte KI-gestützt, redaktionell geprüft

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