Region & Geschichte in der Region Toro

Reconquista bis Kolumbus

Region & Geschichte

Am Ufer des Duero bauten schon die Vacceos Reben an, ein vorrömisches Volk, das griechische Chronisten erwähnten, lange bevor Rom die Halbinsel eroberte. Nach dem Ende Roms siedelten sich hier die Westgoten an und nannten die fruchtbare Ebene Campi Gothorum, die Gotenfelder. Der Weinbau blieb. Nur die Herrscher wechselten.

Die eigentliche Geschichte des heutigen Toro beginnt mit der Reconquista im elften Jahrhundert. Siedler aus Aragón bestellten das zurückeroberte Land neu und pflanzten Reben, um die Dörfer dauerhaft zu füllen. 1208 schenkte König Alfons IX. von León zwanzig aranzadas Weinberg bei Toro der Kathedrale von Santiago de Compostela, ein früher Beleg für den Wert dieses Weins. 1340 verlieh König Alfons XI. dem Wein von Toro sogar ein eigenes Handelsprivileg.

Am 1. März 1476 sicherten sich die Katholischen Könige in den Weinbergen von Valdefama bei Toro einen entscheidenden Sieg im Kampf um den kastilischen Thron. Der Wein trug die Gegend längst wirtschaftlich, so sehr, dass die Reyes Católicos 1504 die Neuanpflanzung von Reben einschränken mussten. Ein paar Jahre zuvor, 1492, soll nach der Überlieferung bereits Wein aus Toro an Bord der Karavelle La Pinta gewesen sein, als Kolumbus nach Amerika aufbrach. Wegen seiner Reife und seines kräftigen Alkoholgehalts hielt er die lange Überfahrt besser durch als leichtere Weine.

Im neunzehnten Jahrhundert wuchs die Anbaufläche kräftig, und als die Reblaus ab den 1860er-Jahren Frankreichs Weinberge vernichtete, verkaufte Toro seinen Wein in Rekordmengen an französische Händler. Die sandigen Böden der Region hielten den Schädling selbst fern, weil sich seine Gänge im lockeren Sand nicht halten. Wer heute durch alte Parzellen geht, findet deshalb noch wurzelechte Rebstöcke, gepflanzt vor der Katastrophe und nie umgepfropft.

Amtlich wurde das alles erst spät. 1933 nannte das erste spanische Weingesetz die Region bereits namentlich, doch die Denominación de Origen Toro unterschrieb das Landwirtschaftsministerium erst am 29. Mai 1987. 1998 gründete die Rioja-Familie Eguren die Bodega Numanthia, um zu zeigen, was in Toro steckt. 2001 legte Vega Sicilia mit Pintia bei San Román de Hornija ihr drittes Weingut an. Als Numanthias Spitzenwein Termanthia 2004 hundert Punkte vom Kritiker Robert Parker bekam, kaufte der Luxuskonzern LVMH die Bodega. Die Weinwelt entdeckte danach einen Ort, der jahrhundertelang im Schatten von Rioja gestanden hatte.

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