Herstellung in der Region Toro

Vier feste Reifestufen

Herstellung

Rotwein aus Toro entsteht wie jeder andere Rotwein. Die Schalen bleiben während der Gärung im Most, denn dort sitzen Farbe und Tannin, nicht im Saft. Die Trauben müssen dafür schon bei der Ernte einen wahrscheinlichen Alkoholgehalt von mindestens zehneinhalb Volumenprozent mitbringen. Beim Pressen gilt eine feste Grenze: Aus hundert Kilogramm Trauben dürfen höchstens siebzig Liter Most oder Wein gewonnen werden, alles darüber verwässert die Qualität.

Die Reifezeit beginnt amtlich immer am ersten November des Erntejahres, unabhängig davon, wann der Wein tatsächlich ins Fass kommt. Und noch etwas ist in Toro Pflicht: Abgefüllt werden darf nur in Kellereien innerhalb der Zone selbst. Der Grund liegt im Wein: So viel Tannin und Farbstoff, wie die Tinta de Toro mitbringt, braucht die Ruhe der eigenen Flasche, um sich zu setzen.

Ein junger Wein mit ein paar Monaten im Holz darf sich Roble nennen oder Fermentado en Barrica, je nach Etikett. Crianza ist das noch nicht. Diese Stufe verlangt mindestens vierundzwanzig Monate Reifezeit insgesamt, davon wenigstens sechs Monate im Eichenfass. Erst danach darf der Wein den Namen tragen, den die meisten Käufer im Regal suchen.

Reserva braucht mindestens sechsunddreißig Monate. Zwölf davon liegen im Fass, der Rest in der Flasche. Gran Reserva verlangt sogar sechzig Monate insgesamt, mit wenigstens vierundzwanzig Monaten im Holz. Wer 2020 gelesen hat, verkauft einen Gran Reserva also frühestens 2025. Meist liegt er dann noch länger im Keller.

Wie unterschiedlich dieselbe Rebe im Fass altert, zeigt Numanthia in Valdefinjas an drei Weinen aus verschiedenen Parzellen: Termes reift kürzer und leichter im Holz, Numanthia länger, Termanthia am längsten und mit dem meisten neuen Eichenholz. Bei Pintia, dem Toro-Projekt von Vega Sicilia nahe San Román de Hornija, kommt die Kraft schon aus dem Weinberg. Uralte, wurzelechte Reben auf Flusskies müssen im Keller nur noch begleitet werden.

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