Klima in der Region Walker Bay

Kalter Atlantikstrom

Klima

Vor der Küste von Walker Bay ist das Meer kälter, als die Karte vermuten lässt. Der Benguelastrom bringt hier ganzjährig Wasser aus der Antarktis heran, oft nur zwölf bis sechzehn Grad kalt, selbst mitten im südafrikanischen Sommer. Wenn der vorherrschende Südostwind über dieses Wasser streicht, kühlt er sich ab und trägt die Kälte direkt in die Weinberge.

Das Hemel-en-Aarde-Tal liegt dafür wie gemacht. Es verläuft von Ost nach West, genau in der Richtung, aus der der Wind kommt. Die Kleinrivier-Berge im Süden halten Wolken und feuchte Luft fest, statt sie einfach weiterziehen zu lassen. So bleibt es in diesem schmalen Streifen oft kühler und feuchter als nur wenige Kilometer weiter landeinwärts.

Im Sommer, zwischen Dezember und Februar, steigt das Thermometer selten über fünfundzwanzig Grad, nachts fällt es auf zwölf bis fünfzehn. Diese Spanne ist entscheidend. Tagsüber reift die Beere, nachts verlangsamt die Kühle den Abbau der Säure, sodass die Trauben trotz Sonne frisch bleiben. Dazu kommen sechshundert bis achthundert Millimeter Regen im Jahr, die meisten davon zwischen Mai und August, wenn die Reben ohnehin ruhen.

Wer weiter ins Landesinnere fährt, verlässt diese Kühle schnell. In Bot River und Sunday's Glen schirmen die Berge das Meer stärker ab. Die Tage sind dort heißer und die Nächte milder, weshalb Shiraz und Chenin Blanc ausreifen, die im Tal selbst oft blass und krautig blieben.

Manchmal reicht schon ein einzelner Höhenmeter. Auf dem Hemel-en-Aarde Ridge, der höher und offener liegt als das Tal darunter, weht der Wind ungebremster, und die Reben hängen dadurch fast permanent im Luftzug. Weniger Feuchtigkeit an den Blättern bedeutet weniger Pilzdruck, aber auch mehr Stress für die Beere. Diesen Tausch gehen die Winzer dort bewusst ein, weil er die Trauben kleiner und die Aromen dichter macht.

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