
Wasser, Wind, Wärme
Klima
77 Kilometer lang ist der Balaton, aber nur im Schnitt drei Meter tief — und genau diese Kombination verändert das Klima am Ufer. Die riesige, flache Wasserfläche speichert im Sommer Wärme und gibt sie im Winter langsam wieder ab. Dadurch fallen die Sommer an den Ufern milder aus und die Winter weniger hart als nur wenige Kilometer weiter landeinwärts.
Dieselbe Wasserfläche wirft ihr Licht auch zurück. Die Nordhänge des Badacsony liegen eigentlich im Schatten der Sonne. Trotzdem kommt dort zusätzliches Licht von unten durch die Spiegelung auf dem See an. So reifen dort Trauben, die an einem vergleichbaren Nordhang ohne See kaum eine Chance hätten.
Von Norden schützt der Bakony-Höhenzug. Er hält kalte Nord- und Westwinde ab. Damit schafft er rund um den See ein eigenes Kleinklima, das milder wirkt, als die Lage mitten in Mitteleuropa vermuten lässt — Winzer sprechen von einem beinahe mediterranen Rand am Nordufer.
Rund 640 Millimeter Niederschlag fallen hier im Jahr. Dazu kommen gut 2.000 Sonnenstunden und eine Jahresdurchschnittstemperatur von etwa elf Grad, die zusammen Badacsony kennzeichnen. Die Weinberge selbst reichen dabei bis auf rund 250 Meter Höhe an den Basaltkegeln hinauf. Höher wird der Boden zu dünn und der Wind zu rau.
Die bewaldeten Kuppen der Basaltberge kühlen die Nächte zusätzlich ab. Zwischen einem heißen Augusttag und einer kühlen Nacht am Fuß des Badacsony liegt oft ein spürbarer Unterschied, und genau dieser Wechsel hält die Säure in den Trauben fest, während die Beeren tagsüber weiter Zucker einlagern.