Rebsorten in der Region Balaton

Kéknyelű und Nachbarn

Rebsorten

Eine Rebsorte prägt das Nordufer des Balaton wie keine zweite. Olaszrizling, auf Deutsch Welschriesling, steht auf mehr Fläche als jede andere Sorte rund um den See. Mit echtem Riesling hat er aber nur den Namen gemeinsam und stammt botanisch aus einer völlig anderen Familie. Ihre Trauben reifen spät und ergeben kräftige, oft leicht bittere Weine.

Daneben steht der Szürkebarát, der graue Mönch. Die Sorte ist eine Spielart von Pinot Gris, international auch als Grauburgunder bekannt. Schon um 1300 pflanzten Ordensbrüder sie am Badacsony, und heute liefert sie volle, oft goldgelbe Weine mit wenig Säure. Wenn die Trauben lange am Stock hängen bleiben, entwickeln sie bisweilen Edelfäule, einen Schimmelpilz, der ihnen Wasser entzieht und die Aromen dadurch konzentriert.

Die eigentliche Rarität heißt Kéknyelű. Die Sorte wächst praktisch nur an den Basalthängen des Badacsony und blüht ausschließlich weiblich. Ohne den Budai zöld als Bestäuber in der Nachbarreihe bleibt ihr Ertrag winzig. Im Glas ist sie für einen Weißwein ungewöhnlich kräftig, fast tanninhaltig, mit einer Struktur, die manche Verkoster eher bei Rotwein erwarten.

Im wärmeren Balatonfüred-Csopak, etwas östlich von Badacsony, mischt sich unter den Olaszrizling in guten Jahren auch Furmint, dieselbe Sorte, die im fernen Tokaj die süßen Aszú-Weine trägt. Hier bleibt sie meist trocken und liefert straffe, mineralische Weine.

Internationale Sorten sind ebenfalls angekommen. Chardonnay, Sauvignon Blanc und die Kreuzung Müller-Thurgau finden sich mittlerweile in fast jedem Weinberg rund um den See, meist als zweite oder dritte Sorte neben Olaszrizling. Verdrängt haben sie die alten Namen nirgends — dafür ist die Bindung an Kéknyelű und Szürkebarát zu stark.

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