Böden in der Region Balaton

Basalt und Bänder

Böden

Grab am Fuß des Badacsony ein Loch, und du triffst nach einer Handbreit auf harten, dunklen Stein. Der Berg ist ein erloschener Vulkan, seine Basaltdecke entstand vor mehreren Millionen Jahren aus abkühlender Lava, und heute bildet dieser Stein das Rückgrat des ganzen Weinbergs.

Über dem Basalt liegt eine dünne, oft rötlich-braune Schicht aus verwittertem Gestein, Löss und Ton. Eisen aus dem Basalt färbt sie ein, und Wasser läuft durch die vielen kleinen Risse hindurch. Wurzeln müssen sich durch dieses harte Material regelrecht hindurcharbeiten, statt bequem seitlich auszuweichen.

Diese Arbeit hat einen Preis und einen Lohn zugleich. Kleine, dickschalige Beeren sind der Preis, weil die Rebe wenig Wasser findet und ihre Energie in die Wurzeln statt in üppiges Wachstum steckt — der Lohn ist ein Wein mit spürbarer Salzigkeit, die Verkoster am Badacsony fast wie beim Meerwasser beschreiben.

Nicht jeder Boden rund um den See ist vulkanisch. Im östlich gelegenen Balatonfüred-Csopak liegt unter den Reben ein roter Sandstein. Er stammt aus der Permzeit, ist mehr als zweihundertfünfzig Millionen Jahre alt und voller Eisenoxid. Genau diese rote Erde gibt dem dortigen Olaszrizling seine ausgeprägte, fast stechende Säure — ein anderer Stein, ein anderer Wein, derselbe See.

Ein Irrglaube hält sich trotzdem hartnäckig. Wein schmecke „mineralisch“, weil die Wurzel Mineralien direkt aus dem Basalt sauge und weiterreiche, heißt es oft. Dabei kommen nur winzige, geschmacklich bedeutungslose Mengen davon überhaupt in der Traube an. Was tut der Basalt wirklich? Er speichert Wasser, gibt Wärme ab und zwingt die Wurzel in die Tiefe. Dieser Umweg entscheidet über den Wein, nicht das Gestein selbst.

Grab dich durchSchicht antippen

Dunkle, dünne Auflage aus Laub, Ton und feinem Löss, stellenweise rötlich vom Basalteisen gefärbt.

Die Wurzel: Feinwurzeln holen hier den ersten Regen, sind aber nach wenigen trockenen Tagen ausgeschöpft.

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