Region & Geschichte in der Region Tokaj

Aszú & Ludwig XIV.

Region & Geschichte

Wo die Bodrog in die Tisza mündet, liegt die Stadt, die einem ganzen Landstrich ihren Namen gab: Tokaj. An den Südhängen der Zemplén-Berge wuchsen hier schon Reben, lange bevor jemand das Wort Aszú kannte.

Die Legende schiebt die Erfindung ins Jahr 1630. Zsuzsanna Lorántffy, Frau des Fürsten György Rákóczi I., verschob aus Angst vor einem Türkeneinfall die Lese in ihrem Weinberg Oremus bei Sátoraljaújhely. Als geerntet wurde, hingen an den Stöcken nur noch Rosinen. Ihr Kellermeister Máté Szepsi Laczkó presste sie getrennt vom übrigen Most und bekam einen Wein von unerwarteter Süße. Belegt ist die Trennung solcher Rosinentrauben aber schon 1571, in einem Vertrag über den Weinberg Mézes Mály. Die Geschichte ist also älter als ihr berühmtestes Jahr.

Berühmt wurde der Wein über einen anderen Rákóczi. 1703 schickte Fürst Ferenc Rákóczi II. mitten im Aufstand gegen die Habsburger ein Fass Tokaji an den Hof Ludwigs XIV., um ihn für seine Sache zu gewinnen. Der Sonnenkönig soll ihn danach Vinum Regum, Rex Vinorum genannt haben, Wein der Könige, König der Weine. Ob er das wirklich sagte, weiß niemand. Der Satz steht trotzdem bis heute auf halben Etiketten.

1737 zog Kaiser Karl VI. per Dekret eine feste Grenze um das Anbaugebiet und legte fest, wer darin welchen Wein wie nennen durfte. Das war eine der frühesten Herkunftskontrollen der Welt, Jahrzehnte bevor man in Bordeaux überhaupt an eine Klassifikation dachte. Zwischen 1730 und 1772 folgte die Einteilung der einzelnen Lagen in vier Klassen, von Großer Erster Lage bis Dritter Klasse, je nach Boden, Ausrichtung und der Zuverlässigkeit, mit der dort der Edelschimmel entstand.

Die Reblaus erreichte Tokaj 1885 und vernichtete fast alle alten Rebstöcke. Was danach unter dem Kommunismus übrig blieb, gehörte dem Staatsbetrieb Monimpex, der auf Menge statt Herkunft setzte. Erst nach 1990 kehrte die Sorgfalt zurück: Der britische Autor Hugh Johnson gründete mit Partnern die Royal Tokaji Wine Company, der Versicherungskonzern AXA übernahm das Gut Disznókő. Beide brachten das nötige Kapital für die Rückkehr zur Einzellage. 2002 erklärte die UNESCO die Kulturlandschaft von Tokaj-Hegyalja zum Weltkulturerbe. Der Grund war eine tausend Jahre alte Beziehung zwischen Boden und Traube, nicht ein einzelnes Bauwerk.

Bilder mit KI erstellt · Texte KI-gestützt, redaktionell geprüft

Dürfen wir messen, wie Gustofolio benutzt wird? Dafür würden wir Google Analytics laden und ein Cookie auf deinem Gerät speichern. Das hilft uns zu sehen, welche Bereiche gebraucht werden — mehr nicht. Inhalte deiner Sammlung werden dabei nicht übertragen.

Ohne deine Zustimmung passiert nichts davon, und Gustofolio funktioniert vollständig weiter. Du kannst deine Entscheidung jederzeit ändern. Einzelheiten in der Datenschutzerklärung.