
Klein gegen groß
Brennen
Manche Brennblasen auf der Insel könnte man in eine große Küche stellen. Andere würden eine ganze Lagerhalle füllen. Bei Lark in Hobart destilliert eine Wash Still mit 1.800 Litern die Maische vor. Danach übernimmt eine Spirit Still mit 1.200 Litern den zweiten Durchgang, beide aus Kupfer und beide von Hand überwacht.
Angefangen hat Bill Lark mit einem Kessel, der zwanzig Liter fasste und in seiner eigenen Küche stand. Der Sprung von dort zu den heutigen Anlagen ist enorm. Er zeigt, wie sehr Tasmaniens Whiskyszene aus dem Kleinen gewachsen ist, nicht aus großen Investorenplänen.
Eine auffällige Ausnahme ist Hellyers Road im Nordwesten. Statt mit einem kleinen Kupferkessel arbeitet die Brennerei mit einer Anlage, die 60.000 Liter fasst und mit 42.000 Litern befüllt wird. Das ist eine der größten Brennblasen des Landes. Gegründet wurde Hellyers Road 1997 von einer Gruppe Milchbauern.
Für Besucher betreibt Hellyers Road zusätzlich das sogenannte Copper-Dog-System. Gäste können dort ihren eigenen Whisky direkt aus dem Fass in die Flasche füllen. Das verbindet die industrielle Größe der Anlage mit derselben Handarbeit, die anderswo auf der Insel selbstverständlich ist.
Zwischen diesen beiden Polen bewegt sich der Rest der Insel: kleine, oft familiengeführte Häuser wie Overeem oder Sullivans Cove. Sie brennen in überschaubaren Mengen und füllen jedes Fass einzeln ab. Zwei Kessel genügen für sie meist völlig.
Doppelte Destillation ist auf der Insel Standard, wie in Schottland auch. Nur die Größe der Anlagen unterscheidet sich von Haus zu Haus.