
Portwein und Pinot
Fass & Reifung
Bourbonfass, wie in Schottland üblich? Auf Tasmanien ist das eher die Ausnahme als die Regel. Viele Brennereien greifen stattdessen auf Fässer zurück, die vorher Wein gehalten haben, ein Erbe der starken Weinindustrie der Insel.
Sullivans Cove aus Cambridge bei Hobart füllt seinen Whisky sowohl in amerikanische Eiche, die zuvor Bourbon enthielt, als auch in französische Eiche, die vorher tasmanischen Wein gereift hat. Das French-Oak-Fass HH0525 wurde 2014 zum besten Single Malt der Welt gekürt, und die Brennerei gewann 2018 mit einem American-Oak-Fass sowie 2019 mit einem French-Oak-Fass den Titel für das beste Einzelfass der Welt, als einzige Brennerei überhaupt zweimal.
Overeem, ursprünglich als Old Hobart Distillery gegründet, setzt vor allem auf Port- und Sherryfässer, dazu Bourbon für die Standardreihe. Für limitierte Abfüllungen kommen auch Rotwein-, Muskat-, Stout- und Tokajerfässer zum Einsatz, alle in großformatiger französischer oder amerikanischer Eiche. Jeder Whisky reift mindestens fünf Jahre und wird als Einzelfass mit eigener Nummer abgefüllt.
Hellyers Road im Nordwesten geht einen eigenen Weg und lässt seinen Whisky in Fässern nachreifen, die vorher Pinot Noir enthielten. Diese Abfüllung wurde 2013 bei Whisky Live Paris zum besten „New World Whisky“ gewählt.
Das kühle, feuchte Klima der Insel lässt den Whisky langsamer reifen als in wärmeren Regionen. Die Lagerhäuser selbst sind meist schlicht gehalten, oft direkt neben dem Brennhaus, ohne die riesigen Rackwarehouses, wie man sie aus Kentucky kennt.