
Cremig statt rauchig
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Dänischer Whisky schmeckt selten nach Torfrauch, obwohl es ihn gibt. Typischer ist ein cremiger, leicht süßer Grundton, den die direkt befeuerten Kupferkessel und der hohe Roggenanteil vieler Rezepturen mitbringen. Dazu kommen Noten von Honig, frischem Brot und manchmal ein Hauch Gewürznelke, der an amerikanischen Rye Whiskey erinnert.
Stauning Rye zeigt diesen Stil am deutlichsten: würzig, mit öliger Textur und einem langen, leicht pfeffrigen Abgang. Stauning Smoke bringt dagegen die dänische Version von Rauch ins Glas, blumiger und weniger medizinisch als schottischer Islay-Whisky. Dazu kommt eine süße Note, die an verbranntes Heidekraut statt an Jodtinktur erinnert. Braunsteins Single-Cask-Abfüllungen schwanken stark von Fass zu Fass, weil jede einzeln und meist in Fassstärke abgefüllt wird, ohne vorheriges Verschneiden mit anderen Fässern.
Zum Probieren reicht ein einfaches Nosing-Glas mit schmaler Öffnung, das die Aromen bündelt, bevor man den ersten Schluck nimmt. Wer die Nase zu nah an den Rand hält, riecht vor allem den Alkohol. Ein paar Zentimeter Abstand und ein leicht geöffneter Mund zeigen stattdessen die feineren Töne aus Fass und Getreide.
Ein Tropfen Wasser öffnet gerade die kräftigeren, fassstarken Abfüllungen. Er macht die Röstnoten aus dem direkt befeuerten Kessel zugänglicher, ohne den Charakter zu verwässern. Wer zum ersten Mal dänischen Whisky probiert, sollte mit dem milderen Single Malt beginnen. Erst danach lohnt sich Rye oder Smoke, weil beide deutlich eigenwilliger schmecken.
Fary Lochan schmeckt kaum vergleichbar mit den anderen. Er ist nussig, leicht rauchig von der Brennnessel, herb und grasig, ganz anders als der süße Rauch aus Westjütland oder die salzige Kante mancher Braunstein-Abfüllung.