Fass & Reifung in der Region Finnischer Whisky

Mindestens drei Jahre

Fass & Reifung

Wer bei Kyrö einen Whisky ins Fass legt, tut das in neuer amerikanischer Weißeiche, nie gebraucht, nie vorher mit Bourbon oder Sherry gefüllt. Mindestens drei Jahre muss das Fass danach ruhen, bevor der Inhalt überhaupt Whisky heißen darf. Die Lagerhäuser in Isokyrö sind aus Holz und Beton gebaut und mit einer Anlage ausgestattet, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit über das Jahr steuert.

Das ist kein Luxus, sondern eine Antwort auf das Klima. Zwischen den 22 Grad eines finnischen Sommertags und den minus 11 Grad eines Wintertags in Isokyrö liegt eine Spanne, die ein Fass ohne Steuerung ungleichmäßig altern ließe. Mit der Klimatechnik reift jedes Fass gleichmäßiger, Jahr für Jahr – ungewöhnlich für eine Branche, die traditionell auf offene Lagerhallen setzt.

Auch in Finnland verdunstet mit jedem Jahr ein Teil des Whiskys aus dem Fass, der sogenannte Anteil der Engel, Angel's Share. Wie viel genau, hängt vom Klima ab. Die kräftigen Temperaturschübe zwischen Sommer und Winter lassen das Holz stärker arbeiten als in gemäßigteren Lagen, wodurch mehr Flüssigkeit durch die Fasswand entweicht als in manchem schottischen Lagerhaus.

In Lahti zeigt Teerenpeli, wie lang finnischer Whisky reifen kann. Der erste komplett finnische Whisky, der 2008 bei Alko ins Regal kam, trug schon fünf Jahre Fasslagerung im Namen: Teerenpeli Single Malt 5 yo. Seither ist die Brennerei für ihre gereiften Abfüllungen bekannt, auch wenn Details zu den einzelnen Fasstypen nicht überall offenliegen.

Am Ende bleibt bei jedem finnischen Whisky dieselbe Grundregel wie überall. Ohne Holzfass, ohne die drei Jahre Mindestzeit gibt es keinen Whisky, nur Roggen- oder Gerstenbrand. Was das Land dazugibt, ist vor allem das Klima, das jedes Fass durcharbeitet.

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