
Weich statt rauchig
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Ein bretonischer Whisky verrät sich oft schon in der Farbe. Er zeigt sich heller als viele Scotch, von blassem Gelb bis zu einem warmen Bernstein, selten so dunkel wie ein lange in Sherry gereifter Speyside. Das liegt am feuchten Klima, das die Fässer schneller, aber nicht unbedingt intensiver wirken lässt.
In der Nase und am Gaumen dominieren meist Frucht und Getreide. Dazu kommt ein leichtes Holz mit Vanille, manchmal Lakritz oder gesalzenes Karamell. Rauch ist die Ausnahme, nicht die Regel. Das widerspricht dem Ruf, den viele Neulinge dem Whisky insgesamt nachsagen.
Armorik Classic von Warenghem zeigt dieses Profil recht klassisch: Apfel, Malz und ein Hauch Vanille vom Bourbon-Fass. Eddu von der Distillerie des Menhirs schmeckt dagegen deutlich anders: weicher und erdiger, mit einer leicht nussigen Note, die vom Buchweizen stammt. Diese Note ist mit keinem Gersten-Whisky vergleichbar.
Wer Rauch sucht, findet ihn bei Kornog von Glann ar Mor. Mit 30 bis 35 ppm Phenolgehalt im Malz ist er spürbar rauchig, durch die milde Reifung aber nie so schroff wie mancher junge Islay. Alle drei zeigen, wie unterschiedlich dieselbe Halbinsel Whisky auslegen kann.
Zum Probieren reicht ein einfaches Glas mit Ausbuchtung, ein Nosing-Glas oder notfalls ein kleines Weinglas. Darin sammeln sich die Aromen, bevor man sie riecht. Ein paar Tropfen stilles Wasser dazu öffnen bei fassstarken Abfüllungen oft mehr, als der reine Alkohol allein zulässt.