
Ruhe im Fass
Fass & Reifung
Mark Reynier, der Gründer von Waterford, war vor seiner Zeit als Brenner Weinhändler. Das hört man seinem Lager an. Neben Bourbon-Fässern reifen bei Waterford auffällig viele ehemalige Weinfässer, von französischem Rotwein bis zu österreichischem Süßwein. Der Gedanke dahinter ist derselbe wie bei der Gerste. Jedes Fass soll seine eigene Herkunft weitertragen und mehr sein als bloßes Holz.
In Midleton dagegen liegt die Mehrheit der Fässer in klassischen Bourbon-Casks. Sherry-Fässer ergänzen sie, vor allem für die Spot- und Redbreast-Linien. Die riesigen Lagerhallen rund um die Brennerei fassen zusammen Hunderttausende Fässer. Sie wachsen mit jedem neuen Jahrgang weiter, seit die alte Distillery 1975 der neuen Platz machte.
Wie stark ein Fass arbeitet, hängt auch vom Ort ab. In den Lagerhäusern an der Küste, etwa bei West Cork in Skibbereen oder bei Blackwater in Cappoquin, liegt die feuchte Meeresluft ständig über den Fässern. Diese gleichmäßige Feuchtigkeit ist einer der Gründe, warum Whiskey aus dem Süden Irlands oft als besonders weich beschrieben wird. Dieser Ruf galt schon für den historischen Pot Still aus Midleton.
Am Ende zählt für jede Brennerei im Süden dieselbe Regel. Das Fass ist kein neutrales Gefäß, sondern der zweite Autor des Whiskeys. Ob Bourbon, Sherry oder Wein: Was hineingeht, prägt mit, wie der fertige Pot Still oder Single Malt aus Cork und Munster am Ende schmeckt. Das gilt für jedes Fass im Keller.