
Sherry trifft Bourbon
Fass & Reifung
Black Bush, die bekannteste Mischung aus Bushmills, reift sieben Jahre lang getrennt. Ein Teil reift in ehemaligen Bourbon-Fässern aus Amerika, der andere in Oloroso-Sherry-Fässern aus Spanien. Erst danach werden beide Anteile zusammengeführt. Der hohe Malt-Anteil in dieser Mischung trägt die Sherry-Süße besonders gut, während der leichtere Grain-Whiskey im Hintergrund für Balance sorgt.
Beim 16 Jahre alten Single Malt geht Bushmills noch einen Schritt weiter. Malt-Whiskeys, die mindestens 16 Jahre in amerikanischen Bourbon-Fässern oder spanischen Oloroso-Butten gereift sind, werden zusammengeführt. Anschließend reifen sie rund neun Monate in Portwein-Pipes nach, bevor sie abgefüllt werden. Diese letzte Phase gibt dem Whiskey seine dunkle Frucht.
Rechtlich braucht es für all das deutlich weniger Zeit. Das Technical File verlangt nur eine Mindestreifezeit von drei Jahren, in Holzfässern bis 700 Liter. Gelagert werden muss dabei auf der Insel Irland. Alles, was länger im Fass bleibt, ist eine Entscheidung der Brennerei, keine Pflicht des Gesetzes.
Die Lagerhäuser in Bushmills stehen nur wenige hundert Meter vom Fluss Bush entfernt, nicht weit von der offenen Atlantikküste. Die feuchte Seeluft lässt den Alkohol im Fass langsamer verdunsten als in einem trockeneren Klima. Dafür nimmt der reifende Whiskey über die Jahre spürbar mehr vom Holz mit.
In County Down, wo Hinch seine Fässer lagert, ist das Klima ähnlich mild. Nur kommt der Regen dort öfter von den Hügeln als von der offenen See. Beide Regionen teilen sich damit eine ruhige, gleichmäßige Reifung, ohne die großen Schwankungen mancher Kontinentalklimate.