
Sanft trotz Dreifachbrand
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Beim ersten Schluck überrascht selten der Rauch, eher eine weiche, leicht fruchtige Süße. Das ist die Handschrift des dreifachen Brennens, wie es in Bushmills seit Generationen praktiziert wird. Es nimmt dem Whiskey Ecken, die ein zweifacher Brand noch hätte. Vor allem die Frucht aus Malz und Fass tritt dadurch deutlicher hervor.
Black Bush zeigt das deutlich: reife Pfirsiche und gedünstete Äpfel, dazu Orangenschale und ein Hauch Blüte. Getragen wird das Ganze von der Süße der Sherry-Fässer und unterlegt mit gerösteten Nüssen. Der Grain-Anteil in der Mischung macht den Whiskey dabei leichter im Antrunk, als man bei so viel Malt erwarten würde.
Der 16 Jahre alte Single Malt trägt zusätzlich die kurze Zeit in den Portwein-Pipes mit sich. Das mischt dem langen Bourbon- und Sherry-Charakter noch eine dunklere, weinige Note bei. Die grundlegende Leichtigkeit der Brennerei bleibt dabei trotzdem erhalten.
Am besten probiert man beide nicht eiskalt, sondern bei Zimmertemperatur, mit einem Schluck stillem Wasser daneben. Ein Nosing-Glas mit enger Öffnung bündelt die feinen Fruchttöne besser als ein normales Tumbler-Glas. Diese Whiskeys setzen selten auf Kraft, sondern eher auf Feinheit.
Verglichen mit stark torfigen Whiskys von der schottischen Westküste wirkt die nordirische Art fast zurückhaltend. Genau darin liegt für viele ihr Reiz. Man schmeckt das Fass und das Getreide, nicht den Torfrauch, der andere Regionen sofort verrät. Auch ein Hinch-Whiskey aus Ballynahinch folgt dieser eher stillen, fruchtigen Linie.