Verkosten in der Region Tohoku

Frucht und Rauch

Verkosten

Wer Miyagikyo und Yamazakura nebeneinander probiert, schmeckt zwei fast entgegengesetzte Seiten derselben Region. Am besten gießt man beide pur ins Glas und wartet ein paar Minuten, bis sich der Alkohol etwas löst. Erst danach gibt man ein wenig stilles Wasser dazu, um die feineren Töne zu öffnen.

Der Nikka Miyagikyo Single Malt zeigt genau die weiche, fruchtige Seite, für die Taketsuru die bauchigen Pot Stills wählte. Er duftet nach reifen Äpfeln und etwas Blütenhonig, kaum nach Rauch. Wer daneben den Nikka Coffey Grain probiert, schmeckt, wie mild und leicht süß Whisky aus der Säule wird. Statt kräftigem Malzcharakter stehen hier Noten von Vanille und Kokos im Vordergrund.

Ganz anders liegt der Yamazakura Asaka Single Malt im Glas. Er reift drei Jahre in Bourbon-Fässern und riecht nach Pflaume, Wildblütenhonig und der Vanille des amerikanischen Eichenholzes. Am Gaumen kommen Orangenmarmelade und getoastetes Brot dazu, der Abgang bleibt würzig und leicht getreidig. Jung, aber schon klar erkennbar als eigener Stil.

Wer Rauch sucht, findet ihn im Yamazakura Blend Peated. Das ist ein Verschnitt aus geräuchertem und unrauchigem Malz mit etwas Grain Whisky. In der Nase liegen leicht geräuchertes Karamell und Vanille, dahinter Getreide und Zitrus. Im Abgang bleibt ein deutlicher, aber nicht überwältigender Torfrauch mit gelben Früchten, rauchiger als jeder Miyagikyo, aber weit sanfter als ein Islay.

Am Ende zeigt ein Glas aus jeder Brennerei, wie breit die Region gefächert ist. Hier steht weich und blumig aus großen Pot Stills und Coffey-Säulen, dort jung, würzig und mit einer Prise Rauch aus einer kleinen Familienbrennerei. Wer beide nacheinander probiert, verkostet praktisch zwei verschiedene Vorstellungen von Tohoku-Whisky.

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