
Quelle, Regen, Reifung
Wasser & Klima
Kein Tropfen Wasser reist bei den vier walisischen Brennereien weit. Penderyn liegt am Rand des Brecon Beacons Nationalparks, dort, wo die roten Sandsteinberge in Kalkstein übergehen. Das Regenwasser sickert durch den Fels, ehe es als klare Quelle wieder austritt. Genau diese Quelle beim Dorf Penderyn war einer der Gründe, warum die Brennerei ausgerechnet hier gebaut wurde.
In Abergwyngregyn im Norden ist die Wasserquelle sogar Namensgeber. Der Wasserfall Rhaeadr Fawr, auf Englisch Aber Falls, stürzt direkt hinter der Brennerei zu Tal, gespeist vom Afon Aber, der aus den Bergen von Eryri kommt.
In the Welsh Wind steht dagegen an der offenen Küste von Ceredigion, mit Blick auf die Cardigan Bay. Der Name ist Programm. Der Wind von der Irischen See bringt Feuchtigkeit und Salz, und das Lagerhaus bekommt das Klima direkt zu spüren. Milde Winter und selten große Hitze im Sommer prägen den Jahresverlauf.
Bei Coles in Carmarthenshire kommt das Wasser aus einem eigenen Brunnen, gespeist von einer Quelle in den Hügeln der Grafschaft. Wie überall in Wales ist Regen selten ein Problem, eher ein Dauerzustand. Genau dieser feuchte Ozeanklima-Rhythmus lässt die Fässer in den Lagerhäusern gleichmäßig atmen.
Der Unterschied zwischen den Lagen ist auf der Landkarte klein, im Whisky aber spürbar. Das Bergklima um Penderyn bleibt kühl und wechselhaft, mit Nebel, der sich oft erst am Mittag hebt. Ceredigion dagegen liegt direkt am offenen Meer, mit mehr Wind und einer spürbar salzigeren Luft über den Lagerhäusern. Beides prägt später den Geschmack im Glas.