
Kolonne & Reinheit
Brennen & Rektifikation
Am Anfang steht eine Maische aus geschrotetem Getreide, Wasser und Hefe. Sie gärt einige Tage lang und bildet dabei einen schwachen Alkohol von wenigen Prozent. Für Wodka reicht das nicht: Erst die Rektifikation macht daraus einen fast reinen, geschmacksneutralen Alkohol.
Moderne Brennereien nutzen dafür hohe Kolonnen aus Kupfer und Stahl, durch die der Alkoholdampf immer wieder aufsteigt und sich verflüssigt. Jeder Durchgang trennt unerwünschte Begleitstoffe stärker ab, bis am Ende ein Destillat mit weit über neunzig Prozent Alkohol übrig bleibt. Three Sixty etwa wirbt nach eigenen Angaben mit vierfacher Destillation für besondere Reinheit.
Danach wird der hochprozentige Alkohol mit Wasser auf Trinkstärke verdünnt. Die EU schreibt für Wodka mindestens 37,5 Prozent vor, viele deutsche Marken liegen bei genau diesem Wert oder bei 40 Prozent. Three Sixty etwa verkauft seinen Vodka mit 37,5 Prozent Vol.
Das unterscheidet den Wodka vom klassischen Kornbrand, der oft nur einmal gebrannt wird und deshalb mehr vom Getreidegeschmack behält. Wodka dagegen soll möglichst neutral schmecken. Die Kolonne nimmt ihm bewusst die Ecken und Kanten, die ein einfacher Brand noch hätte.
In Berlin, wo Three Sixty seinen Sitz hat, gehört die Kolonnendestillation längst zum Alltag der Branche. Kleine Kornbrennereien im Ruhrgebiet dagegen brennen oft noch klassisch und in kleineren Mengen, mit Brennblasen statt hoher Kolonnen. Beide Wege sind erlaubt, solange am Ende die vorgeschriebene Mindeststärke erreicht wird. Welche Methode eine Brennerei wählt, bleibt letztlich ihre eigene Entscheidung.