
Hering, Roggen, Rauch
Wodka & Essen
Auf einer kalten Tafel im Süden Finnlands stehen selten viele einzelne Teller. Meist wandert alles gemeinsam über den Tisch, während das kleine Glas Wodka daneben steht.
Zur eiskalten Kossu passt vor allem, was aus dem Meer oder dem See kommt: eingelegte oder gebratene Silakka, der kleine Ostseehering. Er gehört zu den bekanntesten Fischgerichten des Landes. Silakka kommt dabei in vielen Varianten auf den Tisch, mariniert in Essig und Zwiebeln, in Senfsauce oder einfach in der Pfanne gebraten, dazu immer etwas frisches Dill.
Dazu gehört dunkles, festes Roggenbrot, ruisleipä, das in fast jedem finnischen Haushalt auf dem Tisch steht. Auf dünn geschnittenem Roggenbrot mit roher Zwiebel und einem Klecks saurer Sahne wird die Silakka meist serviert, ein einfaches, herzhaftes Gegenstück zum reinen, kühlen Wodka.
Auch geräucherter Fisch aus den finnischen Seen und der Ostsee gehört zu den klassischen Beilagen an einer solchen kalten Tafel, zusammen mit gekochten Kartoffeln und frischem Dill. Räuchern über Erlenholz gehört zu den ältesten Methoden, Fisch für den Winter haltbar zu machen. Der Geschmack blieb bis heute Teil der finnischen Küche.
Salmiakki Koskenkorva passt zu keinem dieser Gerichte, dafür ist seine salzig-lakritzige Aromatik zu dominant. Er wird eher pur getrunken als zum Essen gereicht, meist in kleinen Mengen am Ende eines geselligen Abends. Wer diese Tafel zum ersten Mal sieht, erkennt schnell: Es geht um einfache, salzige und rauchige Aromen, die zum klaren, kalten Wodka aus Ilmajoki passen, ohne ihn mit starken Gewürzen zu übertönen oder zu verdrängen.