
Kalkstein statt Birkenkohle
Filtration
Von Birkenkohle, wie sie in Polen oder Russland oft genannt wird, ist bei diesem Wodka nirgends die Rede. Die Filtration beginnt schon vor der Destillation, nämlich beim Wasser. Auf dem Weg durch die Kreideschichten der Charente werden Trübstoffe und Partikel auf natürliche Weise zurückgehalten. Das geschieht, bevor das Wasser überhaupt gefördert wird.
Danach folgt, nach Angaben der Brennerei, eine technische Stufe: doppelte Umkehrosmose. Dabei wird Wasser unter Druck durch eine feine Membran gepresst, die gelöste Mineralien zurückhält. Das senkt zusätzlich den Anteil an Kalzium und Magnesium im Wasser. Erst wenn Feinbrand und Wasser zusammengeführt sind, durchläuft die fertige Mischung laut Unternehmensangaben einen letzten Filter aus Zellulose und Aktivkohle.
Sachlich betrachtet ist Aktivkohle kein Zaubermittel, sondern ein Standardverfahren der Getränkeindustrie. Die poröse Kohle bindet manche Geruchs- und Geschmacksstoffe an ihrer Oberfläche und macht den Wodka gleichmäßiger. „Reiner“ im esoterischen Sinn, den Werbung dem Wort manchmal gibt, wird er dadurch nicht. Wie stark der Effekt ausfällt, hängt von Kontaktzeit und Kohlemenge ab. Zahlen dazu veröffentlicht die Marke nicht.
Cîroc verzichtet dagegen auf eine vergleichbare, öffentlich beschriebene Filterstufe. Die Marke verlässt sich stattdessen auf die fünffache Destillation selbst, inklusive des letzten Durchgangs in der Kupferbrennblase, um den Wodka klar und rund zu bekommen. Zwei Marken aus benachbarten Landstrichen lösen damit dieselbe Aufgabe auf unterschiedliche Weise. Rechtlich gilt dabei jeder der beiden Wege gleichermaßen als Wodka.