
Strom und Golf
Wasser & Klima
Die Daugava kann in Riga sechshundert Meter breit werden, stellenweise sieben Meter tief. Insgesamt zählt sie zu den größten Strömen des Baltikums. Sie entspringt weit im Osten, in den Waldaihöhen Russlands, und durchquert zunächst Russland, dann Weißrussland. Erst auf den letzten 352 ihrer insgesamt 1020 Kilometer erreicht sie lettischen Boden. Dort mündet sie schließlich in den Golf von Riga.
Rund dreißig Kilometer oberhalb der Mündung liegt das Wasserkraftwerk Riga. Es regelt den Abfluss und prägt den Wasserstand in der Stadt stärker als die Jahreszeit allein. Weiter flussaufwärts hat sich die Daugava tief in eiszeitliche Urstromtäler gegraben. Zwischen Pļaviņas und Ķegums etwa zeichneten Gletscher die Rinne lange vor der heutigen Landschaft vor.
Das Klima am Golf von Riga ist rau und gemäßigt. Winter bringen Kälte und oft viel Schnee, die Sommer bleiben kurz und mild. Stürme drücken in den letzten Jahren zunehmend Wasser aus dem Golf zurück in den Fluss. Forscher sehen darin ein Zeichen des Klimawandels, denn die Zahl der Hochwasser in der Stadt nimmt seit Jahren zu.
Für eine Brennerei an diesem Fluss zählt vor allem die verlässliche Menge an Wasser über das ganze Jahr. Wichtig ist auch seine Herkunft: Das Einzugsgebiet oberhalb des Kraftwerks trägt wenig Industrie und wenig Landwirtschaft. Wer in Riga Wodka macht, sitzt damit an einer der wasserreichsten und saubersten Adern des Baltikums. Ein Teil des Flusses ist dabei längst kanalisiert und reguliert.