
Kolonne und Kupfer
Brennen & Rektifikation
„Distilleerketel 1" steht bis heute in der Nolet-Brennerei, ein kohlebeheizter Kupferkessel, den einst Jacobus Nolet aufstellen ließ. Nach ihm ist der Wodka benannt, den Carolus Nolet 1983 daraus vorstellte: Ketel One. Elf Generationen der Familie Nolet führten die Brennerei bis heute weiter.
Zweigeteilt läuft der Brennprozess dahinter ab. Ein Teil des Weizendestillats läuft durch Kolonnen zu einem sehr reinen, fast neutralen Rohbrand. Ein anderer Teil wird zusätzlich in insgesamt zehn Kupferkesseln erneut gebrannt, von Hand, darunter der alte Kessel Nummer eins. Erst die Mischung aus beiden Teilen ergibt den fertigen Wodka.
Beim klassischen Schiedamer Genever läuft das Brennen anders. Aus Roggen und gemälzter Gerste entsteht durch dreifache Destillation der Moutwijn. Das ist ein Destillat mit deutlich mehr Eigengeschmack als der fast geschmacksneutrale Wodka aus der Kolonne. Genever bekommt seinen Charakter also schon vor der Reifung, nicht erst durch Zusätze danach. Danach reift der Moutwijn oft mehrere Jahre in Eichenfässern.
Beim Reinigen des Rohbrands in der Kolonne, der Rektifikation, verschwinden Fuselstoffe, gleichzeitig steigt der Alkoholgehalt weiter an. Wie überall in der EU muss Wodka danach mindestens 37,5 Prozent Alkohol haben. Ketel One und die meisten Wodkas aus großen Brennereien liegen mit rund 40 Prozent deutlich darüber.
Zwei Brennmethoden, ein Kessel-Erbe. Kolonne und Kupferkessel stehen in Schiedam nicht gegeneinander, sie teilen sich seit Jahrzehnten dasselbe Grundstück am Wasser. Beide Verfahren laufen bis heute nur wenige Meter voneinander entfernt.